Mann mit Hamster in Hongkong | AFP

Hongkong keult 2000 Hamster Großes Mitleid mit den kleinen Nagern

Stand: 19.01.2022 14:02 Uhr

In Hongkong werden 2000 Hamster und andere Kleintiere gekeult. Der Grund: Elf Hamster wurden positiv auf Corona getestet. Die Aktion hat eine Welle der Solidarität für die kleinen Nager ausgelöst.

Von Benjamin Eyssel, ARD-Studio Peking

Auf einmal sprechen in Hongkong alle über Hamster. Viele posten Bilder von den Nagetieren im Netz. Zahlreiche Menschen machen sich aber auch lustig über die Behörden in der chinesischen Sonderverwaltungsregion, die entschieden haben, zum Schutz vor Covid-19 rund 2000 Hamster zu töten.

Benjamin Eyssel ARD-Studio Peking

Tierschützer sind empört und rufen dazu auf, die Nager zu retten. In Chat-Gruppen erklärten sich Tausende bereit, Hamster zu adoptieren, falls Besitzer aus Angst vor Corona ihre Haustiere nun loswerden wollen. Viele Kleintierhandlungen in Hongkong haben geschlossen.

Ansteckungsgefahr bei Haustieren nur theoretisch

Vanessa Barrs ist Professorin für Haustiergesundheit an der Universität Hongkong. Sie sagte der Nachrichtenagentur Reuters, im Sinne der allgemeinen Gesundheitsvorsorge sei die Tötung der Hamster in Tierhandlungen in diesem Fall angemessen.

Die Situation zu Hause sei aber eine ganz andere, so Barrs. "Millionen Menschen auf der Welt haben sich mit dem Coronavirus angesteckt, Millionen haben Tiere zu Hause und es gibt keinen Fall in dem bewiesenermaßen ein Haustier einen Menschen angesteckt hat. Das Risiko besteht theoretisch, aber es passiert einfach nicht."

Hamster kamen offenbar aus den Niederlanden

Gestern war bekannt geworden, dass ein Mitarbeiter einer Hongkonger Tierhandlung positiv auf die Delta-Variante des Coronavirus getestet wurde - ebenso wie ein Kunde und elf Hamster. Rund 2000 Hamster und andere Kleintiere aus mehreren Tierhandlungen sollten deswegen getötet werden.

Die betroffenen Tiere wurden demnach aus den Niederlanden importiert. Die Einfuhr von Hamstern wurde verboten. Die Hongkonger Gesundheitsbehörde hat rund 150 Kunden des betroffenen Ladens sowie mehr als 20 Mitarbeiter unter Quarantäne gestellt.

Hongkong verfolgt wie Festlandchina eine strikte Null-Covid-Politik. Allerdings ist die Zahl der Fälle in der chinesischen Sonderverwaltungsregion zuletzt wieder deutlich angestiegen - unter anderem, weil sich die hochansteckende Omikron-Variante sehr schnell verbreitet.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 19. Januar 2022 um 12:33 Uhr.