Eine Frau wird in einer Bar gegen das Coronavirus geimpft - Teil einer Kampagne, die Menschen dafür ein Freigetränk anbietet. | REUTERS

"Grüner Pass" Erleichterungen für Geimpfte in Israel

Stand: 21.02.2021 09:25 Uhr

Theaterbesuche, Reisen ohne Quarantäne, Übernachtungen im Hotel: In Israel soll das künftig für Genesene und Geimpfte wieder möglich sein. Mit einem "Grünen Pass" werden ihnen Erleichterungen gewährt.

Israel hat Erleichterungen für Bürgerinnen und Bürger eingeführt, die gegen das Coronavirus geimpft oder nach einer Erkrankung genesen sind. Mit einem "Grünen Pass" dürfen diese unter anderem Hotels, Fitness-Studios, Theater oder Sportereignisse besuchen.

Gesundheitsminister Juli Edelstein schrieb auf Twitter, mehr als 3,2 Millionen Israelis könnten ab sofort diese Vorteile genießen. Ziel ist es, die Wirtschaft im Land wieder anzukurbeln. "Der 'Grüne Pass' öffnet das Land schrittweise wieder", sagte Regierungschef Benjamin Netanyahu.

Auch Reisefreiheit geplant

Künftig kann sich jeder Genesene sowie jeder Geimpfte eine Woche nach der zweiten Impfung einen Impfausweis online erstellen. Besitzer eines solchen Ausweises können sich dann einen "Grünen Pass" ausstellen lassen, unter anderem über eine spezielle App. Den Pass gibt es über die App auf dem Smartphone oder als ausgedruckte Bestätigung. Er wird beim Einlass an Orten gescannt, die nur seinen Inhabern offen stehen, zum Beispiel Schwimmbäder und Gotteshäuser.

Der Pass soll auch Reisefreiheit ohne Quarantänepflicht nach der Rückkehr ermöglichen. Mit Griechenland und Zypern hat Israel außerdem schon entsprechende gegenseitige Reiseabkommen geschlossen. Sie sind bisher allerdings reine Theorie, weil Israels Grenzen und Flughäfen noch mindestens bis zum 6. März geschlossen sind.

Im Internet werden Medienberichten zufolge bereits gefälschte Zertifikate angeboten. Die Regierung kündigte hohe Strafen für Betrüger an. Mit dem Pass sollen vor allem jüngere Israelis zur Impfung motiviert werden.

Auch Lockerungen für Nicht-Geimpfte

Die Impfkampagne in Israel ist im Vergleich zu anderen Ländern sehr weit fortgeschritten. Das Land mit seinen 9,3 Millionen Einwohnern gilt als Vorreiter. Inzwischen kann sich jeder Bürger vom Alter von 16 Jahren an impfen lassen. Nach einem rasanten Start war die Impfkampagne zuletzt jedoch wegen mangelnder Bereitschaft ins Stocken geraten.

Parallel zur Einführung des Passes lockert Israel den landesweiten Lockdown auch für die Nicht-Geimpfte weiter, unter anderem dürfen Straßengeschäfte, Museen, Bibliotheken und Einkaufszentren wieder öffnen. Dort müssen weiter die Corona-Regeln wie Maskenpflicht und Abstand eingehalten werden. Auch die Schulen wurden für weitere Klassen geöffnet. Die Infektionszahlen im Land sind weiterhin vergleichsweise hoch, in den vergangenen Wochen jedoch stetig gesunken.

Mit Informationen von Tim Aßmann, ARD-Studio Tel Aviv

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 21. Februar 2021 um 08:13 Uhr.