Rettungskräfte bergen einen Minenarbeiter. | dpa

Grubenunglück in China Elf Kumpel nach zwei Wochen gerettet

Stand: 24.01.2021 10:46 Uhr

Zwei Wochen nach dem Grubenunglück in China hat die Hälfte der 22 Verschütteten wieder das Tageslicht erreicht. Die Suche nach den anderen Kumpeln in gut 600 Metern Tiefe läuft auf Hochtouren. Grund des Unglücks waren zwei Explosionen.

Einsatztrupps haben elf der nach einer Explosion in China eingeschlossenen Bergleute nach zwei Wochen gerettet. Sie seien in Rettungskäfigen einzeln ans Tageslicht geholt worden, meldete das Staatsfernsehen. Der Durchbruch bei der Rettungsaktion gelang, nachdem ein verschütteter Luftschacht geräumt worden war, hieß es weiter.

Der erste Gerettete sei in einem näher an der Oberfläche gelegenen Abschnitt der Mine entdeckt worden, berichtete CCTV. Er sei in "extrem schwacher körperlicher Verfassung". Später bargen die Retter demnach zehn weitere Bergarbeiter aus mehr als 500 Metern Tiefe. Einer von ihnen sei verletzt. Ein elftes Mitglied der Gruppe war noch unter Tage gestorben. Die Suche nach zehn weiteren Verschütteten läuft demnach auf Hochtouren.

Die Retter kämpfen mit schwierigen Bedingungen, gleichzeitig steigt der Wasserspiegel unter Tage. Der Experte Du Bingjian sagte der Zeitung "Global Times", es sei derzeit nicht absehbar, wann die Rettungskräfte den nächsttieferen Abschnitt der Mine erreichen könnten, wo die übrigen Bergleute vermutet werden.

Der Sender CCTV zeigte Krankenwagen und Rettungsgeräte vor der noch im Bau befindlichen Goldmine in Qixia in der ostchinesischen Provinz Shandong, in der insgesamt 22 Kumpel nach der Explosion verschüttet worden waren. Auf Fernsehbildern war ein kleiner Aufzug mit einem Bohrer zu sehen, aus dem Rettungskräfte die Geborgenen ausluden, die sich zum Teil kaum auf den Beinen halten konnten. Sie trugen schwarze Augenmasken, "um ihre Augen zu schützen", wie es in dem Bericht hieß. 

Rettungskräfte bergen einen Minenarbeiter. | dpa

Mit dunklen Augenmasken ausgestattet sollten sich die geretteten Bergarbeiter ganz allmählich ans Tageslicht gewöhnen. Bild: dpa

Mit Nährstofflösungen am Seil überlebt

Erst eine Woche nach der Katastrophe vernahmen die Rettungskräfte erste Lebenszeichen von zwölf in rund 600 Meter Tiefe verschütteten Bergleuten. Rettungstrupps hatten staatlichen Medienberichten zufolge Löcher gebohrt und dann Schläge gegen das Bohrgestänge gehört.

Über ein Loch seien Nährstofflösungen an Stahlseilen in die Tiefe herabgelassen worden. Die Retter hätten gespürt, wie von unten an den Seilen gezogen worden sei. Später hätten die Verschütteten dann einen Zettel mit der Bitte um Medikamente und Verbandszeug hochschicken können. Laut Xinhua berichteten sie darin von mehreren Verletzten sowie Rauch und Wasser im Schacht.

Zwei Funktionäre entlassen

Die Ursache der mindestens zwei Explosionen am 10. Januar ist noch nicht ermittelt. Dabei waren waren der Ausstieg aus dem Schacht verschüttet und das interne Kommunikationssystem schwer beschädigt worden. Das verantwortliche Bergwerksunternehmen hatte den Behörden das Unglück laut Xinhua erst zwei Tage später gemeldet. Zwei hohe Funktionäre, der Parteichef und der Bürgermeister von Qixia, seien daraufhin ihrer Posten entbunden worden.

Chinas Gruben gelten als die gefährlichsten der Welt. Jedes Jahr sterben Tausende Kumpel. So waren erst im Dezember bei einem Grubenunglück in der südwestchinesischen Stadt Chongqing 23 Menschen ums Leben gekommen. 

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. Januar 2021 um 10:00 Uhr.