Teilnehmer der israelisch-ägyptischen Konsultationen | AFP

Nahost-Konflikt Israel und Ägypten verhandeln wieder

Stand: 30.05.2021 17:48 Uhr

Ägypten und Israel haben über eine Fortsetzung der Waffenruhe mit der palästinensischen Hamas und den Wiederaufbau des Gazastreifens gesprochen. Verhandelt wurde - erstmals seit Jahren - auf höchster Ebene in Kairo und Tel Aviv.

Diplomatische Vertreter von Ägypten und Israel haben Gespräche über eine Fortsetzung der Waffenruhe mit der Hamas und den Wiederaufbau des Gazastreifens geführt. Es war der erste offizielle Besuch eines israelischen Außenministers in Ägypten seit mehr als zehn Jahren. Aus dem ägyptischen Außenministerium hieß es, das Treffen zwischen Kairo sollte auch dabei helfen, den Nahost-Friedensprozess wiederzubeleben.

Gabriel Aschkenasi (l), Außenminister von Israel, und Samih Schukri, Außenminister von Ägypten | dpa

Israels Außenminister Aschkenasi und sein ägyptischer Amtskollege Schukri sprachen über eine Fortsetzung der Waffenruhe mit der Hamas. Bild: dpa

Nun gehe es um eine permanente Waffenruhe mit der Hamas und die Freilassung von israelischen Soldaten und Zivilisten, die von der Hamas gefangen gehalten werden, erklärte die israelische Botschaft in Kairo. In den Händen der Hamas befinden sich derzeit zwei israelische Zivilisten und die sterblichen Überreste von zwei israelischen Soldaten, die im Gaza-Krieg im Jahr 2014 getötet wurden.

Netanyahu trifft ägyptischen Geheimdienstchef

Auch in Tel Aviv wurde verhandelt. Dort traf der ägyptische Geheimdienstchef Abbas Kamel mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu zusammen. Dieser erklärte nach der Unterredung, er habe die Überstellung der Leichen und der beiden Zivilisten angesprochen. Außerdem habe er Bedenken geäußert, die Hamas könnte sich Hilfszahlungen, die für die Zivilbevölkerung gedacht seien, aneignen und missbrauchen.

Ägypten hatte beim jüngsten gewaltsamen Konflikt im Gazastreifen, aber auch bei vorhergehenden Konflikten zwischen Israel und der Hamas vermittelt. Die jüngste elftägige Auseinandersetzung ging am 21. Mai mit einer Waffenruhe zu Ende. Bei den Gefechten starben mehr als 250 Menschen, die meisten der Opfer waren Palästinenser.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. Mai 2021 um 15:00 Uhr.