Danny Fenster | AFP

Myanmar US-Journalist Fenster ist frei

Stand: 15.11.2021 11:40 Uhr

Erst am Freitag war er in Myanmar zu elf Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden - nun ist der US-Journalist Fenster aus der Haft entlassen. Ein früherer US-Diplomat nahm ihn in Myanmar in Empfang.

Der in Myanmar inhaftierte US-Journalist Danny Fenster ist nach Angaben des Ex-Diplomaten Bill Richardson aus dem Gefängnis entlassen worden. Richardson erklärte, Fenster sei ihm in Myanmar übergeben worden und werde bald über Katar in seine Heimat zurückkehren.

Verurteilt zu elf Jahren Zwangsarbeit

Fenster, der leitende Redakteur des Online-Magazins "Frontier Myanmar", war am Freitag wegen Verbreitung falscher oder aufrührerischer Informationen, Kontaktaufnahme zu illegalen Organisationen und Verstoßes gegen die Visabestimmungen zu elf Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden.

"Dies ist der Tag, auf den man hofft, wenn man diese Arbeit macht", sagte Richardson. "Wir sind so dankbar, dass Danny endlich wieder mit seinen Angehörigen zusammen sein kann, die sich die ganze Zeit gegen alle Widerstände für ihn eingesetzt haben." Er, Richardson, habe die Freilassung von Fenster während eines kürzlichen Besuchs in Myanmar ausgehandelt, wo er sich persönlich mit dem Anführer der regierenden Militärjunta getroffen habe.

Fenster wurde Ende Mai am Flughafen von Yangon verhaftet, als er für einen Familienbesuch einen Flug nach Detroit antreten wollte. Seit der Machtübernahme der Militärjunta und der Absetzung der gewählten Regierung unter Aung San Suu Kyi im Februar war Fenster der einzige ausländische Journalist in Myanmar, der Schwerverbrechen für schuldig befunden wurde.

Journalisten inhaftiert, Zeitungen geschlossen

Das Militär geht hart gegen die Medien im Land vor: Seit dem Putsch am 1. Februar an die Macht geputscht hat, sind mehr als hundert Journalisten festgenommen worden. 31 von ihnen sitzen nach Angaben der Organisation Reporting Asean immer noch in Haft, einige schon mehr als sieben Monate. Von anderen wurde nach ihrer Festnahme nichts mehr gehört.

Elf Sendern oder Zeitungen hat die Junta die Lizenz entzogen, Razzien, das Stürmen von Büroräumen und Gewalt gegen Mitarbeiter haben schon 20 Presseunternehmen zum Aufgeben gezwungen. Viele Journalisten leben und arbeiten versteckt oder aus dem Exil, einige sind ins benachbarte Thailand geflohen.

Seit dem Putsch sind etwa 1200 Menschen getötet und knapp 8000 verhaftet worden. Die Vereinten Nationen fürchten, dass drei Millionen Menschen im Land dringend humanitäre Hilfe benötigen; der UN-Sicherheitsrat äußerte sich tief besorgt über die Gewalt in Myanmar.

Mit Informationen von Lena Bodewein, ARD-Studio Singapur

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. November 2021 um 05:41 Uhr in der Sendung "Informationen am Morgen" und um 13:00 Uhr in den Nachrichten.