Ein Teil einer Klippe ist in Shiogama (Prädektur Miyagy) aufgrund des Erdbebens zusammengebrochen. | REUTERS

Erdstoß der Stärke 7,0 Heftiges Erdbeben vor Japans Nordostküste

Stand: 20.03.2021 14:37 Uhr

Vor der Nordostküste Japans hat es innerhalb weniger Wochen erneut ein schweres Erdbeben gegeben. Züge blieben stehen, ein AKW unterbrach vorsichtshalber den Betrieb. Eine Tsunami-Warnung wurde inzwischen wieder aufgehoben. 

In Japan kommt die Erde nicht zur Ruhe. Im Nordosten des Landes ist die Region zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen von einem starken Erdbeben heimgesucht worden. Das Beben vor der Küste unweit des Katastrophenreaktors von Fukushima führte zu Stromausfällen in mindestens 200 Haushalten und zu Unterbrechungen im Shinkansen-Schnellzugverkehr. Wie die Nachrichtenagentur Kyodo meldete, lag das Epizentrum des Bebens vor der Küste der Präfektur Miyagi.

Für die Nordostküste Japans wurde zunächst eine Tsunami-Warnung ausgegeben, die rund zwei Stunden später wieder aufgehoben wurde. Zuvor war vor Flutwellen bis zu einem Meter Höhe gewarnt worden. Nach der Tsunami-Warnung der Behörden waren einige Bewohner daraufhin sofort auf Anhöhen geflüchtet. Berichte über mögliche Schäden oder Opfer in Folge des Bebens gab es zunächst nicht. Lokale Medien berichteten von einem Verletzten.

Menschen in Sendai in der Präfektur Mijagi stehen nach dem Erdbeben für ein Taxi an. | AP

Anstehen für ein Taxi nach Zugausfällen: Menschen in Sendai in der Präfektur Mijagi. Bild: AP

Karte mit Japan und der Präfektur Miyagi

Die Erschütterung vor der Präfektur Miyagi hatte eine Stärke von 7,0.

AKW in Nordosten unterbricht Betrieb

Laut den Betreiberkonzernen, auf die sich japanische Medien berufen, seien in der Atomruine Fukushima und anderen Kernkraftwerken der Region keine Vorkommnisse wegen des Bebens festgestellt worden. Allerdings stoppte der Energieversorger Tohoku Electric Power nach eigenen Angaben vorsorglich den Betrieb in seinem Kernkraftwerk Onagawa in der Präfektur Miyagi.

Beben auch in Tokio zu spüren

Zunächst gab die US-Erdbebenwarte USGS die Stärke des Bebens mit 7,2 an, korrigierte sie dann später auf 7,0 herunter. Es hatte demnach eine Tiefe von 54 Kilometern. Die Erschütterung war auch in der Hauptstadt Tokio kurz vor 18.10 Uhr (Ortszeit) zu spüren.

Erst kürzlich war dieselbe Region von einem starken Beben erschüttert worden. Vor fast genau zehn Jahren hatte ein starkes Seebeben in der Region einen gewaltigen Tsunami ausgelöst, der fast 20.000 Menschen in den Tod riss. Im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi kam es zu einem Super-Gau. In Fukushima soll in der nächsten Woche der Fackellauf für die im Sommer geplanten Olympischen Spiele in Tokio beginnen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 20. März 2021 um 12:00 Uhr in den "Hundert Sekunden".