Demonstranten halten ein Plakat von Aung San Suu Kyi | AFP

Nach Putsch in Myanmar Militärjunta zerstört offenbar Suu Kyis Parteizentrale

Stand: 09.02.2021 20:53 Uhr

In Myanmar verschärft das Militär sein Vorgehen gegen die Opposition. Einheiten der Armee zerstörten offenbar die Zentrale der Partei von Aung San Suu Kyi. Gegen die Demonstranten wird immer brutaler vorgegangen.

Bei den Protesten gegen den Militärputsch in Myanmar geht die Polizei mit zunehmender Härte gegen die Demonstranten vor. Sicherheitskräfte setzten erstmals Gummigeschosse und Wasserwerfer ein, wie auf Videos in sozialen Netzwerken zu sehen war. Es gab zahlreiche Verletzte.

Die Polizei soll auch scharf geschossen haben: Eine Studentin wurde in der Hauptstadt Naypyidaw von einer Kugel am Kopf getroffen. Das Nachrichtenportal "Frontier Myanmar" berichtet, sie sei in einem kritischem Zustand. Dutzende Teilnehmer wurden Berichten zufolge festgenommen.

Die Vereinten Nationen zeigten sich tief besorgt "über Berichte aus Naypyidaw, Mandalay und andere Städten, wonach zahlreiche Demonstranten verletzt worden sind, manche von ihnen schwer", hieß es in einer Mitteilung. "Ich rufe die Sicherheitskräfte auf, die Menschenrechte und die Grundfreiheiten zu respektieren, darunter das Recht auf friedliche Versammlungen und Meinungsfreiheit", sagte Ola Almgren, Leiter der UN-Mission in Myanmar.

Keine näheren Angaben zur Zerstörung

Am Abend durchsuchten Sicherheitskräfte die Zentrale der Regierungspartei von Aung San Suu Kyi und verwüsteten sie. Das teilte die Nationale Liga für Demokratie (NLD) auf Facebook mit. Die "diktatorische" Militärführung habe die Parteizentrale "durchsucht und zerstört", so die NLD. Nähere Angaben machte die Partei dazu nicht. 

Das Militär in Myanmar hatte vor gut einer Woche die Macht an sich gerissen und Aung San Suu Kyi nach Angaben der Partei unter Hausarrest gestellt. Auch Präsident Win Myint wurde festgesetzt. Gegen den Putsch gibt es seit Tagen Proteste.

Neuseeland bricht Beziehungen ab

Am Montag hatte die Junta in mehreren Teilen des Landes deshalb das Kriegsrecht verhängt und Demonstrationen untersagt. Zudem wurde eine nächtliche Ausgangssperre ausgerufen.

Zahlreiche Länder verurteilten den Militärputsch. Neuseeland hat inzwischen seine politischen und militärischen Beziehungen zu Myanmar abgebrochen. Gegen mehrere hochrangige Angehörige des Militärs wurden Einreiseverbote verhängt. "Unsere starke Botschaft ist, dass wir von hier in Neuseeland aus alles tun werden, was wir können", teilte Ministerpräsidentin Jacinda Ardern mit.

Angesichts der Entwicklungen wird der UN-Menschenrechtsrat am Freitag eine Sondersitzung zur Lage in Myanmar abhalten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. Februar 2021 um 17:00 Uhr.