Jiang Zemin | AFP

Im Alter von 96 Jahren Chinas Ex-Staatschef Jiang Zemin gestorben

Stand: 30.11.2022 10:39 Uhr

Der frühere chinesische Präsident und Parteichef Jiang ist nach einem Bericht des staatlichen chinesischen Fernsehens im Alter von 96 Jahren gestorben. Er ebnete China den Weg zur globalen Großmacht.

Der frühere Präsident Chinas, Jiang Zemin, ist im Alter von 96 Jahren gestorben, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Er sei an Leukämie erkrankt gewesen und in Shanghai infolge multiplen Organversagens verstorben. Alle Rettungsversuche seien fehlgeschlagen, hieß es weiter.

In den vergangenen Wochen hatte es bereits Gerüchte gegeben, dass es ihm schlecht gehe oder er gestorben sein könnte. "Genosse Jiang Zemin" wurde in der Todesnachricht der Staatsagentur als "herausragender Führer mit hohem Prestige" gewürdigt. Er sei ein "großer Marxist und großer proletarischer Revolutionär" gewesen.

Jiang brachte China auf den Weg zur Großmacht

Jiang war 1989 nach der Niederschlagung der Proteste am Tiananmen-Platz in Peking und dem Sturz des reformerischen Parteichefs Zhao Ziyang an die Macht gekommen. Bis 2002 war der ehemalige Bürgermeister von Shanghai Generalsekretär des Zentralkomitees (ZK) der Kommunistischen Partei Chinas und von 1993 bis 2003 Staatspräsident. Er steuerte die Entwicklung des bevölkerungsreichsten Landes der Welt zu einer Großmacht.

Auch nach seinem Rückzug aus öffentlichen Ämtern übte der Senior noch lange beträchtlichen Einfluss hinter den Kulissen aus, etwa ab 2002 auf die Führungsgeneration mit Hu Jintao. Er zog als "starker Mann" im Hintergrund oft die Fäden.

Allerdings gehörte der neue Staats- und Parteichef Xi Jinping nicht zu seiner politischen Seilschaft. Viele seiner Gefolgsleute fielen der Anti-Korruptions-Kampagne von Xi Jinping zum Opfer. Kritiker warfen dem heutigen Staats- und Parteichef vor, sich damit seiner Gegner entledigt zu haben.