Menschen überqueren eine leere Straße in Xi'an (China). | AFP

Ausgangssperre in Xi'an Seit Tagen nur Instant-Nudeln

Stand: 03.01.2022 10:26 Uhr

Seit zwei Wochen befindet sich die chinesische Metropole Xi'an im Lockdown. Mittlerweile dürfen die Bewohner offenbar nur noch zum Corona-Test raus. Der Unmut wächst, doch die Behörden sehen sich auf dem richtigen Weg.

Von Benjamin Eyssel, ARD-Studio Peking

Die Zahl der Neuansteckungen in Xi'an ist offenbar rückläufig. Die Behörden sagen, dass ihre Maßnahmen greifen. Für gestern wurden 122 neue Corona-Fälle in der Millionenmetropole gemeldet, die niedrigste Zahl seit Weihnachten. Dennoch befindet sich die Stadt weiter im strikten Lockdown - und das seit vorletzter Woche.

Benjamin Eyssel ARD-Studio Peking

Seit Tagen nur Instant-Nudeln

Die Ausgangsbeschränkungen wurden sogar noch einmal verschärft. Zunächst durfte eine Person pro Haushalt alle drei Tage einkaufen gehen. Vielen Menschen in Xi'an wurde nun offenbar gesagt, dass sie nur noch aus dem Haus dürfen, um sich auf das Coronavirus testen zu lassen. Lebensmittel können somit nur noch bestellt werden.

Doch das scheint nicht überall reibungslos zu klappen. Im Internet haben sich viele beschwert, dass sie seit Tagen nur Instant-Nudeln essen und ihre Bestellungen nicht ankommen. Es sei unmöglich, sich mit dem Allernötigsten einzudecken, so eine Frau.

In den staatlich kontrollierten chinesischen Medien wird berichtet, dass die Behörden sich um die 13 Millionen Einwohner der Metropolregion kümmern. Im Staatsfernsehen wird unter anderem gezeigt, wie Helfer in langen Menschenketten offenbar Lebensmittel weiterreichen, um die Bewohner zu versorgen.

Hochrangige Partei-Funktionäre müssen gehen

Im Zusammenhang mit dem Corona-Ausbruch in Xi'an sind offenbar auch zwei dortige hochrangige Funktionäre der Kommunistischen Partei von ihren Posten entfernt worden. Der Schritt soll laut der Stadtverwaltung dafür sorgen, dass die Anstrengungen zur "Epidemie-Prävention und -Kontrolle verstärkt" werden, wie Lokalmedien berichteten.

Bei dem Ausbruch in Xi'an mit insgesamt mehr als 1500 Fällen handelt es sich um den größten in China seit Frühjahr 2020. Die Staats-und Parteiführung hält im Ursprungsland des Coronavirus an einer strikten Null-Covid-Politik fest. Obwohl die Zahl der Infektionsfälle in der Volksrepublik vergleichsweise gering ist, gehen die Behörden hart gegen neue Ausbrüche vor - mit Ausgangsverboten, Massentests und Reisebeschränkungen.

Vor besonderen Herausforderungen stehen die Behörden in der chinesischen Hauptstadt Peking, wo in rund einem Monat die Olympischen Winterspiele beginnen sollen. Diese werden in einer Blase stattfinden, komplett abgeschottet vom Rest des Landes.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 03. Januar 2022 um 10:29 Uhr.