Xi Jinping | AP

Erstmals seit Corona-Pandemie Chinas Präsident Xi reist ins Ausland

Stand: 14.09.2022 09:27 Uhr

Seit mehr als zweieinhalb Jahren ist Chinas Präsident Xi nicht mehr ins Ausland gereist. Nun wird er in Kasachstan und Usbekistan erwartet - und dabei steht auch ein Treffen mit Russlands Präsidenten Putin im Raum.

Von Benjamin Eyssel, ARD-Studio Peking

Ein Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin während der ersten Auslandsreise von Chinas Präsident Xi Jinping seit mehr als zweieinhalb Jahren hätte große Symbolkraft. Russland und China verbindet eine strategische Partnerschaft, die vor allem durch die gemeinsame Ablehnung demokratischer Werte, der USA und der NATO bestimmt wird. Die kommunistische Regierung in Peking weigert sich, den russischen Angriff auf die Ukraine zu verurteilen und spricht von berechtigten Sicherheitsinteressen Russlands. Die russische Regierung auf der anderen Seite unterstützt die Ansprüche der Volksrepublik auf die demokratisch regierte Insel Taiwan.

Benjamin Eyssel ARD-Studio Peking

Zuletzt hatten sich Putin und Xi Anfang Februar persönlich getroffen, bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Peking - nur wenige Wochen vor dem Beginn der russischen Invasion in der Ukraine. Nun wollen die beiden nach Angaben Russlands im Rahmen des Gipfels der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit zu Gesprächen zusammenkommen. Der Gipfel findet am Donnerstag und Freitag im usbekischen Samarkand statt.

Die chinesische Seite hat das noch nicht bestätigt. Auch auf Nachfrage wollte die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Mao Ning, nicht sagen, ob sich Xi und Putin treffen. Falls es wichtige Informationen gebe, werde man diese beizeiten veröffentlichen.

Keine Auslandsreisen wegen strikter Corona-Strategie

Bereits im Laufe des Tages reist Xi nach Kasachstan, wo unter anderem ein Treffen mit dem kasachischen Präsidenten Kassym-Jomart Tokayev geplant ist. Der chinesische Staats- und Parteichef hat seit Januar 2020 sein Land nicht mehr verlassen. Anfang Juli war Xi zuletzt außerhalb des chinesischen Festlandes in der Sonderverwaltungsregion Hongkong.

Hintergrund ist unter anderem die strikte Null-Covid-Politik Chinas, mit weitgehend geschlossenen Grenzen und radikalen Maßnahmen bei kleinsten Ausbrüchen. Eine Exit-Strategie gibt es bislang nicht. Die Wirtschaft des bevölkerungsreichsten Landes der Erde leidet zunehmend unter den Maßnahmen. In einem Monat will sich Xi auf einem Parteitag für eine dritte Amtszeit bestätigen lassen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 14. September 2022 um 06:32 Uhr.