Der chinesische Gesandte für die 26. UN-Klimakonferenz in Glasgow,  Xie Zhenhua, äußert sich vor der Presse. | AP

UN-Klimagipfel in Glasgow China und USA schließen Klima-Vereinbarung

Stand: 10.11.2021 21:02 Uhr

Gemessen an ihrem Ausstoß von Treibhausgasen sind die USA und China die größten Klimasünder weltweit. Doch nun wollen beide Seite an Seite stärker an einem besseren Klimaschutz arbeiten - mit dem langfristigen Ziel der Klimaneutralität.

China und die USA haben vereinbart, sich stärker für einen besseren Klimaschutz einsetzen zu wollen. Das gab der chinesische Klimagesandte Xie Zhenhua am Rande der UN-Klimakonferenz im schottischen Glasgow bekannt. Auch der frühere Außenminister und jetzige Sondergesandte der USA für das Klima, John Kerry, bestätigte die Vereinbarung.

Sowohl die USA als auch China hätten sich verpflichtet, die Kooperationen miteinander und auch mit anderen Partnern zu intensivieren, um die im 2015 geschlossenen Pariser Klimaabkommen festgeschriebenen Ziele umzusetzen. "Beide Seiten erkennen an, dass es eine Kluft zwischen den gegenwärtigen Bemühungen und den Zielen des Pariser Klimaabkommens gibt", sagte Xie. "Als die zwei großen Mächte in der Welt müssen wir die Verantwortung übernehmen, mit anderen Seiten bei der Bekämpfung des Klimawandels zusammenzuarbeiten."

Ausstoß von Treibhausgasen soll reduziert werden

Das Kernziel des Pariser Klimaabkommens ist es, die Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad Celsius zu beschränken. Doch momentan schätzen die Vereinten Nationen, dass bis zum Ende des Jahrhunderts die Erderwärmung um 2,7 Grad Celsius zunehmen wird - trotz aller zugesicherten Bemühungen der UN-Staaten. Seit dem 31. Oktober beraten bei der inzwischen 26. UN-Klimakonferenz Vertreter aus rund 200 Staaten über Wege, das Klima stärker zu schützen.

In einer gemeinsamen Erklärung wollen sich die USA und China verpflichten, langfristige Strategien zu entwickeln - mit dem Fokus darauf, den eigenen Ausstoß an Treibhausgasen zu reduzieren und letztendlich klimaneutral zu werden, sagte Xie weiter. Dazu solle es einen beständigen Austausch über die Optionen geben, wie die Menge an schädlichen Emissionen in den 2020er-Jahren immer weiter reduziert werden könne. Neben den Bemühungen im eigenen Land hätten beide Staaten zudem vereinbart, den Ausbau von Erneuerbaren Energien in Entwicklungsländern zu fördern.

Ein "wichtiger Schritt in die richtige Richtung"

Kerry betonte, Klimaschutz sei "der einzige Weg", die Klimakrise zu bewältigen. Die USA und China sind die beiden Staaten, die weltweit die meisten klimaschädlichen Emissionen verursachen. Noch vor der Klimakonferenz, die am Freitag offiziell enden soll, hatte China seine überarbeiteten Klimaziele vorgelegt. Darin strebt die Volksrepublik an, bis 2060 klimaneutral werden zu wollen. Chinas Präsident Xi Jinping hatte nicht persönlich an der Klimakonferenz teilgenommen.

Nun kündigten die USA und China an, im Jahr 2025 überarbeitete Ziele für die Reduzierung der Treibhausgase bekanntgeben zu wollen. Ursprünglich hatten sie diesen Schritt erst zehn Jahre später vorgesehen. Der Generalsekretär der UN, António Guterres, lobte die Vereinbarung der beiden Länder. Es sei ein "wichtiger Schritt in die richtige Richtung".

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 10. November 2021 um 20:43 Uhr.