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Taikonauten erreichen Raumstation Erste Etappe erfolgreich gemeistert

Stand: 17.06.2021 11:35 Uhr

Drei Taikonauten haben die chinesische Raumstation "Tiangong" erreicht. In den kommenden Monaten helfen sie beim Aufbau der Station. China investiert viel in den bald einzigen Außenposten im All.

Das chinesische Raumschiff "Shenzhou 12" mit drei Taikonauten an Bord hat sein Ziel erreicht. Nach erfolgreichem Flug dockte es an die im Bau befindliche chinesische Raumstation "Tiangong" an.

Es ist die erste bemannte chinesische Mission seit fünf Jahren. Bleibt die Crew wie geplant drei Monate auf der Station, wäre es der bislang längste Aufenthalt chinesischer Astronauten im All. 2016 hatten zwei Chinesen einen Monat im Weltraum verbracht.

"Wir haben viel zu tun"

Das chinesische Staatsfernsehen zeigte Livebilder vom erfolgreichen Start vom Raumfahrtbahnhof Jiuquan in der Wüste Gobi und vom Raumschiff, als es etwa 15 Minuten später in der Erdumlaufbahn seine Sonnenflügel ausklappte. Die drei Taikonauten öffneten ihre Helmvisiere und winkten in die Kamera.

Während ihres Aufenthalts im All sollen die Taikonauten, die vom 56 Jahre alten Kommandanten Nie Haisheng angeführt werden, Arbeiten an der Station ausführen, wichtige Funktionen des Kernmoduls testen und zudem wissenschaftliche Experimente machen. "Wir haben viel zu tun", hatte Nie vor dem Start gesagt. Geplant sind unter anderem mehrere Außeneinsätze. Während Nie und der 54-jährige Lio Boming zu den erfahrensten Raumfahrern Chinas gehören, ist es für den 45-jährigen Tang Hongbo der erste Flug.

Die Taikonauten salutieren vor ihrem Start ins Weltall. | dpa

Die Taikonauten salutieren vor ihrem Start ins Weltall. Bild: dpa

Bei ihrer Mission verfügen Nie und seine beiden Kollegen über jeweils ein eigenes kleines Modul zum Schlafen und teilen sich Badezimmer, Essbereich und ein Kommunikationszentrum für den Kontakt zur Erde.

Dauerhafter Außenposten im All

Die Raumstation "Tiangong" (Himmelspalast) soll bis Ende 2022 fertig sein. Laut chinesischer Raumfahrtbehörde wird sie rund 90 Tonnen schwer und mindestens zehn Jahre lang im Einsatz sein. Der chinesische Stützpunkt im All ist deutlich kleiner als die ISS. Er erinnert eher an die sowjetische Raumstation Mir, die von 1986 bis 2001 betrieben worden war.

Wenn die internationale Raumstation ISS in den nächsten Jahren aber wie geplant außer Betrieb geht, wäre China das einzige Land, das noch einen ständigen Außenposten im All betreibt. Die ISS soll eigentlich nur noch bis 2024 in Betrieb sein. Die US-Raumfahrtbehörde NASA schließt allerdings eine Nutzung bis zum Jahr 2028 nicht aus.

China investiert Milliarden

Für die Volksrepublik geht es um viel: Sie investiert Milliardensummen , um zu den großen Weltraumnationen USA und Russland aufzuschließen. Zuletzt hatte China Gesteinsproben auf dem Mond gesammelt und einen Rover auf dem Mars landen lassen. Neben Prestige geht es China aber auch um technologische Eigenständigkeit. Die Raumstation ist für Staats- und Parteichef Xi Jinping ein wichtiger Schritt, "zum Aufbau einer großen Nation der Wissenschaft und Technologie."

Mit Informationen von Ruth Kirchner, ARD-Studio Peking, zzt. Berlin

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. Juni 2021 um 09:00 Uhr.