Die chinesische Trägerrakete brachte drei Taikonauten ins All. | REUTERS

Chinesische Raumfahrt Taikonauten auf dem Weg zur Raumstation

Stand: 17.06.2021 08:25 Uhr

In der Wüste Gobi ist eine Rakete gestartet, die drei Taikonauten zur in Bau befindlichen chinesischen Raumstation bringt. Dort sollen die Männer drei Monate bleiben. In diese Zeit fällt auch ein wichtiges Jubiläum.

Drei chinesische Taikonauten haben sich auf den Weg zu Chinas im Bau befindlichen Raumstation gemacht. Ein Raumschiff mit Nie Haisheng, Liu Boming und Tang Hongbo an Bord hob mit einer Trägerrakete vom Typ "Langer Marsch 2-F" vom Raumfahrtbahnhof Jiuquan in der Wüste Gobi ab.

"Wir haben viel zu tun", hatte der Kommandeur der Mission, Nie, vor dem Start gesagt. Geplant sind unter anderem mehrere Außeneinsätze. Im All sollen die Taikonauten wichtige Funktionen des Kernmoduls testen und wissenschaftliche Experimente durchführen. Die drei Männer sollen drei Monate lang im All bleiben. Es ist die bislang längste Mission chinesischer Astronauten. Ihre Reise zur Raumstation "Tiangong" ("Himmlischer Palast") ist die erste bemannte chinesische Raumfahrtmission seit fast fünf Jahren.

Der 56-jährige Nie und die beiden anderen Astronauten sind Mitglied der Volksbefreiungsarmee - das chinesische Raumfahrtprogramm ist Teil des Militärs.

Bau im Weltall

Das erste Modul der Station "Tiangong", die bis Ende 2022 fertig sein soll, war Anfang Mai ins All geschickt worden. Ende Mai folgte ein weiterer Frachtflug mit Material und Treibstoff. Um die Raumstation fertigzubauen, werden noch zwei jeweils gut 20 Tonnen schwere Labormodule ins All gebracht. 2022 sind zwei weitere Frachtflüge sowie zwei bemannte Missionen geplant.

Chinas Außenposten im All wird deutlich kleiner ausfallen als die Internationale Raumstation ISS. Er erinnert laut Experten eher an sowjetische Raumstationen aus den 1980er-Jahren. Wenn die internationale Raumstation ISS in den nächsten Jahren aber wie geplant außer Betrieb geht, wäre China das einzige Land, das noch einen ständigen Außenposten im All betreibt.

China investiert Milliarden

Für die Volksrepublik geht es um viel: Sie investiert Milliardensummen , um zu den großen Weltraumnationen USA und Russland aufzuschließen. Zuletzt hatte China Gesteinsproben auf dem Mond gesammelt und einen Rover auf dem Mars landen lassen. Neben Prestige geht es China aber auch um technologische Eigenständigkeit. Die Raumstation ist für Staats- und Parteichef Xi Jinping ein wichtiger Schritt, "zum Aufbau einer großen Nation der Wissenschaft und Technologie."

Die aktuelle Mission findet kurz vor den Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der herrschenden Kommunistischen Partei Chinas am 1. Juli statt. Erfolge in der Raumfahrt kommen der KP also gelegen. Dazu passt, dass die drei Astronauten vor ihrer Mission salutierten und versprachen, die Erwartungen von Volk und Partei zu erfüllen.

Mit Informationen von Ruth Kirchner, ARD-Studio Peking, zzt. Berlin

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. Juni 2021 um 09:00 Uhr.