Schriftzug der Tencent Games | picture alliance / Xing Yun / Co

Gaming-Auflagen in China "Unmännliche Inhalte" werden verboten

Stand: 09.09.2021 18:12 Uhr

Nach den drastischen Beschränkungen bei Online-Spielen für Minderjährige - sie dürfen nur noch drei Stunden pro Woche online zocken - kommt der nächste Schlag für die Gaming-Industrie in China. Die Hersteller müssen "unmännliche Inhalte" entfernen.

Von Ruth Kirchner, ARD-Studio Peking, zzt. Berlin

Die großen Tech-Konzerne wie Tencent und Netease sind nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua von den chinesischen Aufsichtsbehörden angewiesen worden, "obszöne und gewalttätige" Inhalte aus ihren Online-Spielen zu entfernen. Auch Inhalte, die "ungesunde Tendenzen wie Geldanbetung und Verweiblichung" fördern, müssen entfernt werden.

Ruth Kirchner ARD-Studio Peking

Keine "verweichlichte Männer" mehr im TV

Vergangene Woche waren bereits Chinas Fernsehsender und Streamingdienste angewiesen worden, "verweichlichte Männer" aus ihren Programmen zu nehmen. Die Anordnungen sind Teil einer Regulierungskampagne, die vor allem die Unterhaltungsindustrie und die großen Technologie-Konzerne trifft.

Bei einem Treffen mit den Behörden wurden die IT-Konzerne außerdem verpflichtet, die neuen Beschränkungen bei Online-Spielen strikt umzusetzen. Kinder und Jugendliche in China dürfen seit dem 1. September nur noch drei Stunden in der Woche online zocken. Begründet wurde dies mit wachsender Spielsucht unter Minderjährigen.

Zulassung neuer Spiele offenbar ausgesetzt

Die Hongkonger Zeitung "South China Morning Post" berichtete zudem unter Berufung auf Insider, dass die Zulassung neuer Videospiele in China ausgesetzt wird. Eine offizielle Bestätigung lag zunächst nicht vor. Ein Moratorium dürfte die IT-Giganten empfindlich treffen. Tencent ist der größte Videospiele-Hersteller der Welt. An den Börsen rauschten die Aktien von Tencent und Netease zunächst in den Keller.

Normalerweise lassen die chinesischen Behörden jeden Monat Dutzende neue Online-Spiele zu - in den ersten sechs Monaten dieses Jahres waren es rund 600. Bereits 2018 war die Zulassung neuer Spiele monatelang ausgesetzt worden. Auch damals begründeten die Behörden dies mit Sorgen um Spielsucht und Kurzsichtigkeit bei Kindern und Jugendlichen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 06. September 2021 um 23:49 Uhr.