Die Olympischen Ringe im Olympia-Medienzentrum in Peking, China. | AFP

Olympia in Peking Politische Winterspiele

Stand: 25.01.2022 14:28 Uhr

Chinas Staatschef Xi hat IOC-Chef Bach empfangen, als ersten ausländischen Gast seit Pandemie-Beginn. Bei Olympia selbst stehen die Zeichen eher auf Boykott. Nur Russland nutzt die Winterspiele zur Annäherung an China.

Von Steffen Wurzel, SWR, zzt. Freiburg

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat dem Chef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach, versichert, dass China erfolgreiche und sichere Winterspiele veranstalten werde. Das berichten chinesischen Staatsmedien. Bach war zuvor in China angekommen.

Das Treffen zwischen dem IOC-Präsidenten und Chinas Staatschef hat einen großen Symbolwert. Der Deutsche Bach ist der erste ausländische Gast seit rund zwei Jahren, den Xi Jinping persönlich empfängt. Seit dem weltweiten Ausbruch der Corona-Pandemie hat Xi die Volksrepublik nicht verlassen und auch keine ausländischen Gäste empfangen.

Wettkämpfe in einer abgeschotteten Olympia-Blase

Nach Angaben der staatlichen Organisatoren der Winterspiele in Peking wurden erneut mehrere eingereiste Olympia-Beteiligte positiv auf das Corona-Virus getestet: Von knapp 246 ankommenden Reisenden seien zwölf positiv getestet worden. Das entspricht einer Corona-Quote von etwa fünf Prozent.

Die Olympischen Winterspiele von Peking werden am 4. Februar eröffnet. Sie finden in einer so genannten Olympia-Blase statt - also vollständig abgeschottet vom Rest des Landes.

Olympia für russisch-chinesische Annäherung

Angesichts wachsender Spannungen zwischen Russland und Europa sowie den USA nutzt die Regierung in Moskau die Olympischen Spiele, um Nähe zu China zu demonstrieren. Russlands Botschafter in der Volksrepublik, Andrei Denisow, lobte in Peking die Vorbereitungen zu den Olympischen Winterspielen. Sein Land werde 500 Männer und Frauen zu den Spielen nach China schicken. Damit stelle Russland die größte aller ausländischen Olympia-Delegationen. Staatschef Wladimir Putin werde die russische Olympia-Delegation anführen.

Putin ist einer der wenigen ausländischen Spitzenpolitiker, die zu den Olympischen Winterspielen nach China reisen wollen. Zahlreiche demokratisch regierte Staaten haben einen politischen Boykott der Spiele angekündigt, darunter die USA, Japan, Großbritannien, Dänemark, Australien, Litauen, Estland und Kanada.

Auch Deutschland wird keine hochrangingen Politikerinnen und Politiker nach Peking schicken. Allerdings spricht die Bundesregierung ausdrücklich nicht von einem diplomatischen Boykott.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 24. Januar 2022 um 18:30 Uhr.