Autos auf einer fast leeren Straße in Xi'an in der nordwestchinesischen Provinz Shaanxi.  | picture alliance/dpa/Xinhua/AP

Corona-Ausbruch Behörden weiten Lockdown im Norden Chinas aus

Stand: 28.12.2021 11:46 Uhr

Die 13-Millionen-Stadt Xi'an scheint quasi leer: Seit einer Woche gilt wegen eines Corona-Ausbruchs ein harter Lockdown. Nun gibt es in einer weiteren Stadt im Norden Chinas - in Yan'an - deutlich verschärfte Maßnahmen.

Im Norden Chinas haben die Behörden die Corona-Maßnahmen erneut verschärft. Eine Woche nach der Verhängung eines strikten Lockdowns in der 13-Millionenmetropole Xi'an verkündeten die Behörden im 300 Kilometer entfernten Yan'an die vorläufige Schließung von Geschäften. Hunderttausende Menschen in einem Stadtbezirk wurden unter Quarantäne gestellt.

In Xi'an war diesen Monat der schwerste Corona-Ausbruch in China seit 21 Monaten festgestellt worden. Die Zahl der Corona-Infektionen stieg dort am Montag um 175 weitere. Das ist landesweit der größte Ausbruch seit März 2020.

Pro Haushalt darf nur ein Mensch alle drei Tage einkaufen

Mitte vergangener Woche war in Xi'an - Heimat der weltberühmten Terrakotta-Armee - ein Lockdown in Kraft getreten. Alle nicht wesentlichen Geschäfte und Betriebe wurden geschlossen, pro Haushalt darf nur ein Mensch alle drei Tage das Haus verlassen, um das Lebensnotwendige einzukaufen. Zudem starteten die Behörden in Xi'an mehrere Massentests der Bevölkerung. Die Bewegung innerhalb der Stadt und aus Xi'an hinaus wurde massiv eingeschränkt.

Karte: China mit den Städten Xi'an und Yan'an

Massive Bewegungseinschränkung in Xi'an

Zur Arbeit darf seit vergangener Woche nur, wer in der Corona-Bekämpfung beschäftigt ist, zum Beispiel bei einer Teststation oder im Krankenhaus. Und wer in der der kritischen Infrastruktur arbeitet: bei Polizei, Müllabfuhr oder in der Trinkwasserversorgung. Auch die Stadt verlassen darf nur, wer eine Sondergenehmigung hat. Wer sich nicht an die Corona-Beschränkungen hält, muss mit Geld- oder Gefängnisstrafen rechnen.

Unter Internetnutzern aus Xi'an herrschte angesichts des anhaltenden Lockdowns am Dienstag Überdruss. Einige Nutzer starteten angesichts leerer Kühlschränke sogar Hilferufe. "Ich bin dabei zu verhungern", schrieb ein Nutzer im Online-Dienst Weibo. "Hier ist nichts zu essen, sie lassen mich nicht aus meiner Wohnanlage und bald habe ich keine Instant-Nudeln mehr. Bitte helft mir!", schrieb ein anderer.

Radikales Vorgehen gegen kleinste Corona-Ausbrüche

Die Staats- und Parteiführung verfolgt im Ursprungsland des Coronavirus einen strikten Null-Covid-Kurs. Die Behörden gehen radikal gegen kleinste Ausbrüche vor. Die Grenzen der Volksrepublik sind seit mehr als anderthalb Jahren weitgehend geschlossen.

In rund fünf Wochen sollen in der chinesischen Hauptstadt Beijing Olympische Winterspiele beginnen - in einer Blase, komplett abgeschirmt vom Rest des Landes. Wegen des Ausbruchs in Xi’an und der weltweit rasant zunehmenden Omikron-Fälle stehen die Organisatoren unter enormem Druck.


Mit Informationen von Benjamin Eyssel, ARD-Studio Peking

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 28. Dezember 2021 um 11:08 Uhr.