Tesla-Geschäftsführer und SpaceX-Gründer Elon Musk. | REUTERS

Beinahe-Zusammenstöße im All China empört über Elon Musk

Stand: 29.12.2021 07:53 Uhr

Die Volksrepublik ist sauer auf Musk und die USA, weil die Raumstation Tiangong angeblich in zwei Fällen fast mit Satelliten des Unternehmens SpaceX zusammengestoßen ist. China hat deshalb Beschwerde eingelegt.

Von Benjamin Eyssel, ARD-Studio Peking

Die Vorfälle sollen sich im Juli und im Oktober ereignet haben: Die Regierung der Volksrepublik sagt, dass die chinesische Raumstation Tiangong zwei Mal den Kurs ändern musste. Der Vorwurf: Satelliten des privaten US-Raumfahrtunternehmens SpaceX hätten sich auf Kollisionskurs mit der bemannten chinesischen Raumstation befunden. Obwohl es sich um ein privates Unternehmen handelt, beschwert sich China über die US-Regierung.

Benjamin Eyssel ARD-Studio Peking

Außerdem habe man die Vereinten Nationen eingeschaltet, sagte der Sprecher der Staats- und Parteiführung Zhao Lijian: "Obwohl die USA immer wieder dazu aufrufen, sich verantwortungsvoll im Weltall zu verhalten, verletzt das Land internationale Verpflichtungen und hat das Leben und die Gesundheit von Astronauten gefährdet. Ein klassisches Beispiel von Doppelmoral."

Experten verweisen darauf, dass es im Weltraum immer enger zugeht. Immer wieder müssen Raumstationen Manöver fliegen, um Zusammenstöße zu verhindern. Dabei spielt auch Weltraumschrott eine große Rolle. Erst im November musste die Internationale Raumstation ISS mit mehreren Astronauten an Bord einem Stück Schrott ausweichen - früher einmal Teil eines chinesischen Wettersatelliten.

USA halten sich bedeckt

China nutze den Weltraum stets friedlich und halte sich an internationale Regeln im All, so Lijian. Das sollten auch die USA tun und sofort Maßnahmen ergreifen, um solche Vorfälle künftig zu verhindern.

Von der US-Regierung hieß es zu den jüngsten Vorwürfen nur: Die USA forderten alle Länder mit Raumfahrtprogrammen auf, verantwortungsvoll zu handeln und zu verhindern, dass Astronauten in Gefahr geraten.

Die Raumstation Tiangong ist seit April im All, im Laufe des kommenden Jahres soll sie voll funktionstüchtig gemacht werden. Die Volksrepublik verfolgt ein ehrgeiziges Raumfahrtprogramm. Das Land hat schon einen Rover zum Mars und Sonden zum Mond geschickt. In rund zehn Jahren plant China, mit Menschen zum Mars zu fliegen.

Musk wird im Netz beschimpft

Das Unternehmen SpaceX des US-Milliardärs und Tesla-Chefs Elon Musk betreibt rund 1700 Satelliten im All - im Rahmen des sogenannten Starlink-Programms. Mit der US-Regierung, der Raumfahrtbehörde NASA oder mit dem Militär der Vereinigten Staaten hat das private Unternehmen nichts zu tun. Ziel des Starlink-Programms ist nach Angaben von SpaceX, weiten Teilen der Erde einen Zugang zum Internet zu ermöglichen.

Aufgrund der Vorwürfe, wonach es zu Beinahe-Zusammenstößen im All gekommen sein soll, beschimpfen chinesische Internet-Nutzer SpaceX-Chef und Tesla-Gründer Elon Musk auf Online-Plattformen. Manche rufen auch dazu auf, keine Elektroautos der Marke Tesla mehr zu kaufen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 29. Dezember 2021 um 05:05 Uhr in den Nachrichten.

IHRE MEINUNG

KOMMENTARE

Avatar
Moderation 29.12.2021 • 12:33 Uhr

Schließung der Kommentarfunktion!

Sehr geehrte User, die Meldung wurde angeregt diskutiert. Entscheidende neue Aspekte, die einer konstruktiven Diskussion förderlich wären, sind nicht mehr hinzugekommen. Die Kommentarfunktion wurde nun - wie angekündigt - geschlossen. Viele Grüße Die Moderation