Ein chinesischer Vater geht mit seinen beiden Kindern an der Hand ins Meer. | EPA

Peking China erlaubt drei Kinder pro Familie

Stand: 31.05.2021 11:37 Uhr

Eine Volkszählung verzeichnete kürzlich einen starken Rückgang der Geburtenrate im bevölkerungsreichsten Land der Welt. Mit einer "Optimierung der Geburtenpolitik" hat die Kommunistische Partei in Peking nun reagiert.

China hat seine strenge Zwei-Kind-Politik gelockert und erlaubt Paaren künftig, drei Kinder zu bekommen. Mit dieser Maßnahme solle einer Überalterung der Gesellschaft entgegengewirkt werden, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Auch ein unerwartet massiver Rückgang der Geburtenrate bewegte das Politbüro der Kommunistischen Partei auf einer Sitzung in Peking zu dieser Entscheidung.

Der Beschluss fiel nur drei Wochen nach der Veröffentlichung der jüngsten Volkszählung. Demnach droht das bevölkerungsreichste Land in wenigen Jahren zu schrumpfen. Als Gründe nannten Experten die jahrzehntelange Ein-Kind-Politik, die erst 2015 aufgehoben wurde. Die hohen Kosten für Wohnraum und Ausbildung in China sollen ebenso ein Rolle bei der Familienplanung spielen.

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Zudem hätten sich viele Chinesen daran gewöhnt, nur ein Kind zu haben, hieß es. In den vergangenen zehn Jahren ist Chinas Bevölkerung nur noch um jährlich 0,53 Prozent auf 1,41 Milliarden Menschen gewachsen - so langsam wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Chinesische Frauen bekommen statistisch nur noch 1,3 Kinder. Das ist vergleichbar mit rasch alternden Gesellschaften wie Japan und Italien.

Sollte der Trend anhalten, dürfte die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ein unumkehrbarer Bevölkerungsrückgang bevorstehen. Die seit 1979 geltende Ein-Kind-Politik war 2015 aufgehoben worden und durch eine Zwei-Kind-Politik ersetzt worden. Die Wende hatte aber nur 2016 zu einem leichten Anstieg der Geburten geführt. Seither ist die Zahl jedes Jahr gefallen. Experten bezweifeln daher, dass die jetzt beschlossene Drei-Kind-Politik diesen Trend umkehren wird.

Mit Information von Ruth Kirchner, ARD-Studio Peking, zzt. Berlin