Gefangener Fisch in China | AFP

Strenge Maßnahmen in China Auch Fische müssen zum Corona-Test

Stand: 19.08.2022 10:25 Uhr

China verfolgt seit Pandemiebeginn eine strikte Null-Covid-Strategie. Regelmäßige Tests in Metropolen gehören fast zur Tagesordnung. Doch nicht nur Menschen werden getestet, sondern auch Fische, die im Meer gefangen werden.

Chinesische Gesundheitbehörden testen im Rahmen ihrer Null-Covid-Strategie sogar Fische, die im Meer gefangen werden. Ein Vertreter des Gesundheitsamtes von Xiamen bestätigte der Nachrichtenagentur dpa die Praxis, nicht nur die heimkehrenden Fischer, sondern auch ihre Fische zu testen. "Was reinkommt, muss getestet werden."

Der Distrikt Jimei hatte die Anweisung Ende Juli veröffentlicht, weil eine Gefahr durch illegalen Handel mit ausländischen Fischern auf See bestehe: "Wenn Fischer und ihr Fang an Land ankommen, müssen Menschen und Waren getestet werden."

China, wo das Virus im Dezember 2019 erstmals entdeckt worden war, verfolgt eine strikte Null-Covid-Strategie. Das Land hat sich komplett abgeschottet. Die wenigen Einreisenden, die ins Land dürfen, müssen meist sieben Tage in ein Quarantäne-Hotelzimmer - danach drei Tage unter Beobachtung. In Millionenmetropolen müssen sich die Menschen meist alle drei Tage testen lassen. Der Nachweis des negativen Tests in der Corona-App auf dem Handy ist nötig, um überhaupt in Geschäfte, Märkte oder die eigene Wohnanlage gelassen zu werden.

Wer als Kontaktperson identifiziert wird oder in einem "Risikogebiet" war, muss sich isolieren. Wer positiv ist, kommt ins Krankenhaus. Bei Infektionsfällen werden ganze Nachbarschaften abgeriegelt.

Omikron-Welle trotz scharfer Maßnahmen

Trotz der scharfen Maßnahmen erlebt das bevölkerungsreichste Land der Welt gerade eine größere Welle, weil sich die jüngste Omikron-Variante leicht verbreitet. Die Gesundheitskommission in Peking meldete am Freitag mehr als 500 Neuinfektionen und mehr als 2000 asymptomatische Fälle. Vor allem die Tropeninsel Hainan ist betroffen. Zehntausende Urlauber stecken dort fest.

Corona durch Fischer nach Hainan gebracht?

Das Büro für Meeresentwicklung in Xiamen teilte der Hongkonger Zeitung "South China Morning Post" mit, dass das Coronavirus nach Berichten vielleicht durch Fischer nach Hainan gebracht worden sein könnte, die auf See in Kontakt mit ausländischen Kollegen gekommen sein könnten. "Wir sind nicht der einzige Ort, der das macht", hieß es zu den Corona-Tests bei Fisch und Fischern.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. Juli 2022 um 05:51 Uhr.