Eine leere Straße in der chinesischen Metropole Chengdu | EPA

Corona-Pandemie in China Shenzhen und Chengdu im Teil-Lockdown

Stand: 05.09.2022 09:01 Uhr

Massentests und Quarantäne: Wegen ein paar Dutzend Fällen täglich befinden sich derzeit zwei chinesische Millionenmetropolen im Teil-Lockdown. Insgesamt sind fast 30 Städte von den strikten Null-Covid-Maßnahmen betroffen.

Von Benjamin Eyssel, ARD-Studio Peking

Die beiden chinesischen Megastädte Chengdu und Shenzhen befinden sich in einer Art Lockdown - wegen jeweils ein paar Dutzend Corona-Fällen täglich.

Benjamin Eyssel ARD-Studio Peking

Chengdu und Shenzhen gehören zu den fünf bevölkerungsreichsten Städten in China. Beide Metropolregionen haben jeweils rund 20 Millionen Einwohner, diese werden wiederholt durchgetestet. In Stadtbezirken, in denen Fälle auftauchen, dürfen die Menschen ihre Wohnungen und Häuser nicht verlassen.

Insgesamt mehr als 65 Millionen Menschen betroffen

Man werde alles Notwendige tun, alle Kräfte und Ressourcen mobilisieren, um den lokalen Ausbruch in kürzester Zeit unter Kontrolle zu bekommen, so Lin Hancheng von der Gesundheitsbehörde der südchinesischen Technologiemetropole Shenzhen.

Nach Angaben des chinesischen Wirtschaftsmagazins Caixin befinden sich derzeit mehr als 30 chinesische Städte in einer Art Lockdown, mehr als 65 Millionen Menschen sind demnach von den Maßnahmen betroffen.

China hält weiterhin an Null-Covid-Politik fest

Nach offiziellen Angaben wurden in ganz China zuletzt mehr als 1600 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert. Verglichen mit dem Rest der Welt sind die Zahlen im mit 1,4 Milliarden Einwohnern bevölkerungsreichsten Land der Welt niedrig. Die Staats- und Parteiführung hält aber weiterhin an ihrer strikten Null-Covid-Politik fest.

Wo immer Infektionen auftauchen, gehen die Behörden schnell und hart gegen das Virus vor, mit Massentests, Ausgangsbeschränkungen und Kontaktnachverfolgung anhand von Mobilfunkdaten und Smartphone-Tracing-Apps.

Die Wirtschaft in der Volksrepublik leidet zunehmend unter den Einschränkungen. Die kommunistische Regierung in Peking hatte im Frühjahr mitgeteilt, sie erwarte, dass das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 5,5 Prozent zulegt. Dass dieses Wachstumsziel erreicht wird, gilt inzwischen als ausgeschlossen.