Medizinisches Personal legt Schutzkleidung auf der Straße vor den unter Quarantäne gestellten Häusern ab, Shanghai. | EPA

Neue Ausbrüche Erstmals wieder Corona-Tote in China

Stand: 19.03.2022 12:25 Uhr

Seit dem Ausbruch der Pandemie fährt China eine strikte Null-Covid-Politik. Doch trotz strenger Quarantäne-Regeln, Massentests und harten Lockdowns sind erstmals wieder zwei Todesfälle gemeldet worden.

Von Benjamin Eyssel, ARD-Studio Peking

Zum ersten Mal seit mehr als einem Jahr sind in Festlandchina wieder neue Covid-Todesfälle gemeldet worden. Die Behörden teilten mit, zwei Infizierte seien im nordöstlichen Landesteil Jilin an den Folgen ihrer Viruserkrankung gestorben. Den letzten Todesfall gab es nach offiziellen Angaben zuletzt im Januar vergangenen Jahres.

Benjamin Eyssel ARD-Studio Peking

Insgesamt verzeichnet Festlandchina, wo das Corona-Virus Ende 2019 entdeckt wurde, seit Beginn der Pandemie mehr als 4600 Todesfälle. Beobachter haben allerdings Zweifel an den offiziellen Zahlen der chinesischen Staats- und Parteiführung.

Grenzen sind weitgehend dicht

In Festlandchina gibt es momentan so viele Corona-Infizierte wie seit zwei Jahren nicht mehr. Für Millionen Menschen herrschen Ausgangssperren. Insgesamt wurden heute rund 4000 Neuinfektionen vom Vortag gemeldet. Die Volksrepublik fährt seit dem ursprünglichen Ausbruch in der Stadt Wuhan eine strikte Null-Covid-Politik. Umgesetzt wird diese mit strengen Quarantäne-Regeln, Massentests und harten Lockdowns.

Außerdem sind die Grenzen des Landes weitgehend dicht. Seit etwa zwei Jahren sind die Corona-Zahlen in China deswegen sehr niedrig. Wegen der hochansteckenden Omikron-Variante ist es jetzt schwieriger für die Behörden, das Virus unter Kontrolle zu halten. Vor wenigen Tagen forderte Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping, an der Null-Covid-Strategie festzuhalten und alles zu tun, um die jüngste Welle in den Griff zu bekommen.

5000 Tote in diesem Jahr in Hongkong

Außer Kontrolle geraten ist das Virus in der chinesischen Sonderverwaltungsregion Hongkong. Auch dort hat die Null-Covid-Poltik lange gut funktioniert. Seit dem Ausbruch der Omikron-Variante gibt es dort nun aber täglich Zehntausende Neuansteckungen.

Die Sieben-Millionen-Einwohner-Stadt verzeichnet inzwischen mehr als 5000 Corona-Tote, die meisten sind in diesem Jahr gestorben. Damit sind in Hongkong nach offiziellen Zahlen mehr Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 ums Leben gekommen als in Festlandchina, wo 1,4 Milliarden Menschen leben.

Dieser Beitrag lief am 19. März 2022 um 11:41 Uhr auf BR24 Radio.