Chinesen warten in Changchun auf einen Corona-Test | dpa

Neue Höchstzahl an Infektionen Lockdown für Millionen Chinesen

Stand: 13.03.2022 16:24 Uhr

China hat innerhalb eines Tages fast 3400 neue Corona-Fälle registriert und damit die höchste Zahl an Neuansteckungen seit Februar 2020 verzeichnet. Mehrere Großstädte verhängten einen Lockdown.

Bei der schwersten Corona-Welle in China seit Beginn der Pandemie vor mehr als zwei Jahren schnellt die Zahl der Infektionen weiter in die Höhe. Die Gesundheitskommission meldete einen Tagesrekord von mehr als 3400 Fällen in 19 Regionen.

Die Behörden reagieren mit Massentests, Transporteinschränkungen, Ausgangssperren sowie der Schließung von Schulen und Universitäten. In mehreren Städten wurde mit dem Bau provisorischer Krankenhäuser mit Tausenden von Betten begonnen, um Infizierte zu isolieren. Vor drei Wochen waren erst einige Dutzend Infektionen pro Tag gemeldet worden.

Lockdowns in mehreren Städten

Über die neun Millionen Einwohner zählende Metropole Shenzhen an der Grenze zum ebenfalls schwer betroffenen Hongkong wurde ein vorerst einwöchiger Lockdown verhängt. Die 26 Millionen Einwohner von Shanghai und die neun Millionen von Qingdao wurden aufgefordert, die Hafenmetropolen nicht zu verlassen. Wer unbedingt reisen muss, muss einen negativen Corona-Test aus den letzten 48 Stunden vorlegen - ähnlich jeder Reisende bei der Ankunft.

Über die neun Millionen Einwohner zählende Metropole Changchun im Nordosten wurde am Freitag bereits ein Lockdown verhängt. Pro Haushalt darf alle zwei Tage nur eine Person für Einkäufe die Wohnung verlassen. Die Stadt Yanji an der Grenze zu Nordkorea wurde vollständig abgeriegelt.

Das Coronavirus war Ende 2019 zuerst in China entdeckt worden. Die Regierung in Peking verhinderte eine großflächige Ausbreitung bisher mit drastischen Maßnahmen. Das Leben und die Wirtschaft normalisierten sich weitgehend. Es kam nur noch zu begrenzten Ausbrüchen, auf die meist erfolgreich mit Ausgangssperren, Massentests und Quarantäne reagiert wurde.

"Null Covid" in Frage gestellt

Inzwischen wachsen aber die Zweifel an der von Peking verordneten "Null-Covid"-Strategie, die monatelang keine oder kaum Neuinfektionen zur Folge hatte. Die Behörden setzen anschließend zunehmend auf mildere und gezieltere Maßnahmen zur Eindämmung des Virus.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. März 2022 um 23:59 Uhr.