Kinder fahren mit ihren Inline-Skates vor dem Bird's Nest Stadion in Peking. | AFP

China Sinkende Geburtenrate, wachsende Sorgen

Stand: 06.12.2021 14:24 Uhr

Trotz gelockerter Geburtenkontrolle steht China vor einem massiven demografischen Problem: Die Zahl der Geburten geht weiter zurück. Zudem wächst der Druck auf kleine Einkommen.

Von Astrid Freyeisen, ARD-Studio Shanghai, zzt. München

In China beginnt die Bevölkerung ab 2022 zu schrumpfen. Der Experte für Demografie, Liang Jianzhang, hat aus lokalen Statistiken berechnet, dass die Geburtenrate in diesem Jahr gegenüber 2020 um 20 Prozent gefallen ist - auf etwa zehn Millionen Geburten, während mehr als zehn Millionen starben.

Astrid Freyeisen

China habe den Höhepunkt seines Bevölkerungswachstums viel früher überschritten als erwartet, sagte Liang der Hongkonger Zeitung "South China Morning Post".

Teure Schulbildung, teures Wohnen

Der Wirtschaftsprofessor und Geschäftsmann - Gründer eines der erfolgreichsten chinesischen Reisebüros - fordert seit Langem: Die Politik müsse mehr tun, damit chinesische Familien wieder mehr Kinder bekommen.

Viele sehen sich finanziell dazu aber nicht in der Lage - weil Schulbildung und Wohnen enorm teuer sind.

Kluft zwischen Städten und Land

Dazu passt, dass sich die Kluft zwischen Einkommen in den Mega-Citys und dem Land ständig vertieft. Laut der nationalen Statistikbehörde verdienen Großstädter mittlerweile 2,6 Mal so viel wie Chinesen auf dem Land - und der Unterschied wächst.

Die Analysten von Yuekai Securities rechnen mit höherer Arbeitslosigkeit, weil kleine Firmen steigende Kosten nicht an ihre Kunden weitergeben könnten. Die Regierung hat deshalb im November Hilfen für Kleinunternehmer in Aussicht gestellt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. Dezember 2021 um 13:47 Uhr in der Sendung "Wirtschaft am Mittag".