Zhao Lijian, Sprecher des chinesischen Außenministeriums | picture alliance/dpa

China-Kritik an AUKUS-Bündnis "Extrem unverantwortlich"

Stand: 16.09.2021 13:28 Uhr

Chinas Führung kritisiert das neue Sicherheitsbündnis AUKUS zwischen Australien, Großbritannien und den USA. Dies heize das Wettrüsten in der Indopazifik-Region an.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Nach Ansicht der chinesischen Staatsführung untergraben Australien, Großbritannien und die USA Frieden und Stabilität in der Region. Regierungssprecher Zhao Lijian sagte, es sei "extrem unverantwortlich" von Großbritannien und den USA, Nuklear-U-Boot-Technik an Australien zu exportieren. Er warf den drei Regierungen vor, im Stile des Kalten Krieges zu handeln. 

Steffen Wurzel ARD-Studio Shanghai

Besonders scharf kritisierte Zhao die Regierung in Canberra. Das Abkommen gebe Anlass, an der Ernsthaftigkeit Australiens bei der Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags zu zweifeln.

Das geplante Sicherheitsbündnis AUKUS sieht unter anderem vor, dass Australien erstmals U-Boote bekommt, die nuklear angetrieben werden. Die Technik dafür soll aus den USA und Großbritannien kommen. Atomar bewaffnet werden sollen die künftigen australischen U-Boote nicht.

Auch das chinesische Militär betreibt bereits seit mehreren Jahrzehnten eine Flotte von Atom-U-Booten.

Entgegnung auf Chinas Aufrüstung

Australien, Großbritannien und die USA erklärten, dass sie mit ihrem neuen Bündnis die Sicherheit und die militärische Abschreckung im Indopazifik-Raum stärken wollen.

Die Vereinbarung richtet sich zwar nicht offiziell gegen China. De facto ist aber klar, dass mit dem Pakt der Aufrüstungspolitik der kommunistischen Staatsführung begegnet werden soll. Chinas Staats- und Parteiführung beansprucht im Asien-Pazifik-Raum zahlreiche Meeresgebiete, die von der Staatengemeinschaft als internationale Gewässer betrachtet werden.

Dieser Beitrag lief am 16. September 2021 um 15:38 Uhr auf B5 aktuell.