Joe Biden (links) und Hun Sen in Phnom Penh, Kambodscha. | AFP

US-Präsident in Kambodscha Biden will enger mit ASEAN-Staaten kooperieren

Stand: 12.11.2022 13:45 Uhr

Die USA wollen die Zusammenarbeit mit den ASEAN-Staaten ausweiten. Präsident Biden sprach von einer "neuen Ära der Kooperation". Hintergrund sind unter anderem die umstrittenen chinesischen Territorialansprüche im Südchinesischen Meer.

Vor dem Hintergrund des wachsenden chinesischen Einflusses in Asien will US-Präsident Joe Biden die Zusammenarbeit mit den Staaten des südostasiatischen Staatenverbundes ASEAN ausweiten. Beide Seiten hoben ihre Beziehungen bei dem ASEAN-Gipfel im kambodschanischen Phnom Penh auf die Ebene einer "umfassenden strategischen Partnerschaft".

Die Aufwertung war vor einem halben Jahr bei einem ASEAN-USA-Gipfel in Washington angekündigt worden. "ASEAN steht im Mittelpunkt der Indo-Pazifik-Strategie meiner Regierung", sagte Biden in einer Rede vor den Staats- und Regierungschefs. Er sprach von einer "neuen Ära der Kooperation".

Frieden und Wohlstand verbessern

"Gemeinsam gehen wir die großen Probleme unserer Zeit an", so der US-Präsident. Er nannte den Klimawandel, die Gesundheitsversorgung sowie die Verteidigung gegen Bedrohungen für die regelbasierte Ordnung. Das Ziel sei ein Indo-Pazifik, "der frei und offen stabil und blühend, widerstandsfähig und sicher ist".

Mit der Zusammenarbeit sollten Frieden und Wohlstand verbessert und "Herausforderungen vom Südchinesischen Meer bis Myanmar" gelöst werden. Damit sprach Biden kurz die Krise in Myanmar nach dem Militärputsch und indirekt auch die umstrittenen chinesischen Territorialansprüche in dem südostasiatischen Seegebiet an.

Den Haag: Ansprüche abgewiesen

China beansprucht das Südchinesische Meer zu rund 80 Prozent. Aber auch ASEAN-Staaten wie Vietnam, die Philippinen, Malaysia oder Brunei erheben Ansprüche auf Inseln, Atolle und Riffe. Durch das rohstoffreiche Meeresgebiet geht ein Drittel des weltweiten Schiffsverkehrs. Das internationale Schiedsgericht in Den Haag hat Chinas Ansprüche 2016 als unrechtmäßig abgewiesen.

Angekündigt hatte Biden auch, über Russlands "brutalen Krieg gegen die Ukraine und unsere Bemühungen zu sprechen, die globalen Auswirkungen des Krieges auch in Südostasien anzugehen", so der US-Präsident.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. November 2022 um 13:00 Uhr.