Rettungswagen vor den Gebäuden der Kohlemine | AP

Bergwerk in Sibirien Mehr als 50 Tote nach Explosion

Stand: 26.11.2021 11:06 Uhr

Bei dem schwersten Grubenunglück in Russland seit Jahren sind mehr als 50 Menschen ums Leben gekommen. Neben Bergleuten starben auch einige Rettungskräfte. Was die Explosion in Sibirien auslöste, ist noch unklar.

Die Zahl der Opfer nach dem schweren Bergwerksunglück in Sibirien ist auf mehr als 50 gestiegen. Die Staatsagenturen Tass und Ria Nowosti berichteten unter Berufung auf den Rettungsdienst übereinstimmend von 52 Toten. Darunter seien sechs Rettungskräfte, die bei Sucharbeiten in dem Bergwerk starben.

Das Unglück ereignete sich im Schacht "Listwjaschnaja" im Kusnezker Kohlebecken. Unter Tage war es dort zu einer Kohlenstaubexplosion gekommen, die Ursache dafür ist unklar. Zu dem Zeitpunkt hätten sich insgesamt 285 Menschen unter Tage befunden, teilten die Behörden mit. 239 von ihnen seien in Sicherheit gebracht worden. 63 Menschen hätten medizinische Hilfe benötigt. Bisher wurden 20 Leichen entdeckt, 31 Bergleute gelten als vermisst.

Inzwischen fanden Rettungstrupps einen überlebenden Bergmann. Er sei ins Krankenhaus gebracht worden, teilte der Gouverneur der Region Kemerowo über den Messaging-Dienst Telegram mit. Wo der Überlebende gefunden wurde, sagte er nicht. Die Rettungskräfte waren zunächst davon ausgegangen, dass es keine weiteren Überlebenden gibt.

Wurden Sicherheitsvorschriften nicht eingehalten?

Die Nachrichtenagentur Tass berichtete unter Berufung auf einen ungenannten Beamten, dass Kohlenstaub in Brand geraten sei und sich der Rauch über das Belüftungssystem schnell in der Mine ausgebreitet habe. Der russische Ermittlungsausschuss leitete eine strafrechtliche Untersuchung wegen des Feuers ein. Es gab Vorwürfe, Sicherheitsvorschriften seien nicht eingehalten worden.

Der russische Präsident Wladimir Putin drückte den Angehörigen der Opfer der "Tragödie" sein Beileid aus und ordnete an, den Hinterbliebenen und Überlebenden zu helfen. Nach Angaben der Ermittler wurden der 47-jährige Bergwerksdirektor, sein Stellvertreter und ein Abteilungsleiter festgenommen. Sie müssten sich wegen Verletzung von Arbeitsvorschriften verantworten.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 25. November 2021 um 15:26 Uhr.