Polizisten eskortieren einen der 20 verurteilten Universitätsstudenten aus einem Gericht in Dhaka. | AFP

Nach Mord in Bangladesch 20 Studenten zum Tode verurteilt

Stand: 08.12.2021 11:26 Uhr

In Bangladesch sind 20 Studenten wegen Mordes an ihrem Kommilitonen Abrar Fahad zum Tode verurteilt worden. Die Männer sollen ihn totgeprügelt haben, nachdem er einen regierungskritischen Internet-Beitrag veröffentlicht hatte.

Nach dem Mord an dem Studenten Abrar Fahad vor rund zwei Jahren hat ein Gericht in Bangladesch 20 Kommilitonen des jungen Mannes zum Tode verurteilt. Fünf weitere Täter seien zu lebenslanger Haft und Geldstrafen verurteilt worden, sagte Staatsanwalt Abdullah Abu.

"Ich bin mit dem Urteil zufrieden", sagte Fahads Vater Barkat Ullah nach der Urteilsverkündung. Er hoffe auf eine zügige Vollstreckung. "Abrars Seele wird in Frieden sein, wenn das Urteil schnell vollstreckt wird", sagte er der Zeitung "Dhaka Tribune". Ein Anwalt der Angeklagten kündigte an, gegen das Urteil in Berufung zu gehen.

Angeklagte zwischen 20 und 22 Jahre alt

Der 21-jährige Abrar Fahad war 2019 von 25 Studenten mit einem Kricketschläger und weiteren Gegenständen zu Tode geprügelt worden, nachdem er einen regierungskritischen Beitrag bei Facebook veröffentlicht hatte. Er wurde in den frühen Morgenstunden des 7. Oktober tot im Treppenhaus des Studentenwohnheims gefunden.

Von den 25 Angeklagten waren laut Polizei elf direkt an dem Mord beteiligt. Von den Festgenommenen haben acht in dem Fall Geständnisse abgegeben.

Die 20 Studenten, gegen die die Todesstrafe verhängt wurde, sind zwischen 20 und 22 Jahre alt und besuchten zusammen mit Fahad eine Eliteuniversität für Ingenieurwesen und Technologie. Es handelt sich um Mitglieder einer Studentenvereinigung, die der Regierungspartei Awami-Liga nahe steht.

Fahads Tod löste landesweit Proteste aus

Fahads Facebook-Beitrag, in dem er die Regierung dafür kritisiert hatte, dem Nachbarland Indien die Nutzung von Wasser aus einem gemeinsamen Grenzfluss zu erlauben, war wenige Stunden vor seinem Tod viral gegangen. 

Der Tod Fahads löste einen Sturm von Protesten an Universitäten im ganzen Land aus. Viele nutzten die sozialen Medien, um Gerechtigkeit für Abrar zu fordern.