Protestierende und Sicherheitskräfte treffen auf einer Demonstration in Bagdad aufeinander  | dpa

Demonstration im Irak Ein Toter bei Protesten in Bagdad

Stand: 25.05.2021 23:56 Uhr

Nach dem Tod eines politischen Aktivisten im Irak sind Tausende in der Hauptstadt Bagdad auf die Straße gegangen - dabei gab es einen Toten. Der Protest richtete sich aber auch gegen die politische Führung des Landes.

Bei Protesten in der irakischen Hauptstadt Bagdad ist es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen. Berichten zufolge wurde dabei ein Demonstrant getötet. 13 weitere wurden verletzt, als die Polizei Tränengas gegen die Menge einsetzte, teilten Rettungs- und Sicherheitskräfte mit. Die Protestierenden hätten daraufhin Steine auf die Sicherheitskräfte geworfen.

Misswirtschaft und Korruption

Hintergrund ist die Ermordung des bekannten regierungskritischen Aktivisten Ihab al-Wasni vor rund zwei Wochen. Er gehörte zu den führenden Vertretern der irakischen Protestbewegung. Seine Anhänger verdächtigen schiitische Milizen, die mit dem Iran verbündet sind. Einen Tag später soll zudem ein Attentat auf den Journalisten Ahmed Hassan verübt worden sein. Er liegt seitdem im Koma.

Mit Porträts der Opfer zogen die Demonstranten zu den wichtigsten Plätzen der irakischen Hauptstadt. Nach Medienberichten nahmen Tausende Menschen an den Protesten teil, um auf die Gewaltwelle gegen Demokratie-Aktivisten und Journalisten aufmerksam zu machen. Darüber hinaus werfen Teilnehmer des Protestes Iraks politischer Führung massive Misswirtschaft und Korruption vor. Sie verlangen eine grundlegende Reform des politischen Systems.

Gewaltwelle gegen Aktivisten

Im Irak hatten im Oktober 2019 Massenproteste gegen die Regierung, Misswirtschaft und Korruption begonnen. Sicherheitskräfte gingen immer wieder mit massiver Gewalt gegen die Demonstrationen vor.

Nach Angaben der vom Parlament gewählten irakischen Menschenrechtskommission wurden seitdem zahlreiche Demonstranten und Aktivisten getötet, darunter die Menschenrechtlerin Riham Jakub und den anerkannten Historiker und Terrorismusexperte Hischam al-Haschimi. Dutzende weitere wurden verschleppt. Regierungskritiker klagen, die Verantwortlichen würden nie zur Rechenschaft gezogen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. Mai 2021 um 08:00 Uhr.