Menschen mit Hausrat und Kühen im überschwemmten Gebiet in Pakistan | Reuters

Überschwemmungen in Pakistan Guterres fordert internationale Hilfe

Stand: 09.09.2022 15:43 Uhr

UN-Generalsekretär Guterres ist nach Pakistan gereist, wo es seit Juni schwere Überschwemmungen gibt. Er bat die Weltgemeinschaft um Hilfe - und rief erneut zum Kampf gegen die Klimakrise auf.

Angesichts der verheerenden Flutkatastrophe in Pakistan hat UN-Generalsekretär António Guterres die Weltgemeinschaft dazu aufgefordert, "die Kräfte aller im Kampf gegen den Klimawandel zu mobilisieren". Die Welt laufe auf eine Katastrophe zu, so Guterres bei seinem Besuch in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. "Wir haben einen Krieg gegen die Natur geführt, und die Natur schlägt jetzt auf verheerende Weise zurück."

Der Klimawandel treffe Pakistan in einem bisher ungekannten Ausmaß, sagte Guterres und wies auf das gewaltige Ausmaß der Zerstörung hin: "Familien haben ihre Liebsten, ihre Häuser, ihre Ernte und ihre Arbeit verloren." Pakistan gehöre zu den Ländern, die am meisten von der Klimakrise betroffen seien, habe aber selbst kaum dazu beigetragen.

Schäden auf 30 Milliarden Dollar geschätzt

"Es ist absolut notwendig, dass die Weltgemeinschaft das anerkennt, vor allem jene Länder, die mehr zum Klimawandel beigetragen haben", mahnte Guterres. Konkret fordert er eine sofortige Reduzierung der Emissionen. Was heute in Pakistan geschehe, könne morgen jedes andere Land treffen, sagte Guterres.

Er rief die internationale Gemeinschaft zu umfassender Hilfe auf: "Pakistan braucht massive finanzielle Unterstützung, da die Schäden nach ersten Schätzungen rund 30 Milliarden Dollar betragen", so Guterres.

Ein Drittel des Landes unter Wasser

Seit Mitte Juni ist Pakistan von ungewöhnlich starkem Monsun-Regen betroffen. Ein Drittel des südasiatischen Landes steht laut der nationalen Katastrophenbehörde (NDMA) bereits unter Wasser - 1391 Menschen sind gestorben. Zahlreiche eitere mussten aus ihren Dörfern in Sicherheit werden, Straßen und Brücken wurden zerstört.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor einem Ausbruch von Infektionskrankheiten, die sich im Wasser ausbreiten. Insgesamt sind 33 Millionen Menschen von den Fluten betroffen.

Vize-Außenministerin Hina Rabbani Khar und UN-Generalsekretär Antonio Guterres laufen mit Gepäck und Männern in Anzügen durch einen Flughafen | AFP

Pakistans Vize-Außenministerin Rabbani Khar empfängt UN-Generalsekretär Guterres in Pakistan. Bild: AFP

Bei seinem Besuch in Islamabad wurde Guterres von Vize-Außenministerin Hina Rabbani Khar empfangen und sprach auch mit Premierminister Shehbaz Sharif.

Informationsministerin Maryam Aurangzeb sagte, sie hoffe Guterres' Besuch werde die Katastrophe ins internationale Bewusstsein rücken und auf die tödlichen Folgen des Klimawandels aufmerksam machen. Die internationale Gemeinschaft müsse den davon betroffenen Ländern helfen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. September 2022 um 15:00 Uhr.