Russische Soldaten an einem Kontrollpunkt in der Region Kelbajar, die zwischen Armenien und dem Konfliktgebiet Bergkarabach in Aserbaidschan liegt. | AFP

Gefechte mit Aserbaidschan Armenien verkündet Waffenruhe

Stand: 16.11.2021 21:41 Uhr

Im wieder aufflammenden Konflikt mit Aserbaidschan hat Armenien eine Waffenruhe verkündet. Russland soll zwischen beiden Kaukasusrepubliken vermittelt haben. Zuvor war ein armenischer Soldat getötet worden.

Nach heftigen Gefechten in der Nähe der umstrittenen Region Berg-Karabach haben sich die verfeindeten Kaukasusrepubliken Armenien und Aserbaidschan auf eine Waffenruhe geeinigt. Nach Vermittlung Russlands seien sie übereingekommen, ab 18.30 Uhr (Ortszeit; 15.30 Uhr MEZ) die Waffen schweigen zu lassen, teilte das armenische Verteidigungsministerium mit.

Soldat getötet

Bei den Gefechten war ein armenischer Soldat getötet worden. Das Verteidigungsministerium in Eriwan teilte zudem mit, es seien sieben Soldaten und fünf Wehrdienstleistende von Aserbaidschan gefangengenommen worden. Mindestens vier Armenier seien zudem verwundet worden. Die aserbaidschanische Armee sprach von zwei Verletzten in den eigenen Reihen.

Die Gefechte waren am Vortag an mindestens zwei Punkten im östlichen armenischen Grenzgebiet zu Aserbaidschan ausgebrochen. Nach Angaben der Regierung von Aserbaidschan wurden Arbeiter beim Ausbau von Grenzbefestigungen von armenischer Seite beschossen.

Zuletzt hatten sich beide Seiten gegenseitig für die neuerlichen Kämpfe verantwortlich gemacht. Diese hatten Befürchtungen wiederum ausgelöst, der seit Jahrzehnten schwelende Konflikt um die Kontrolle von Berg-Karabach könnte wieder eskalieren.

Krieg um Berg-Karabach vor einem Jahr

Zuletzt hatten sich beide Seiten im Herbst 2020 sechs Wochen lang heftige Kämpfe um Berg-Karabach geliefert; mehr als 6500 Menschen wurden dabei getötet. Aserbaidschan hatte in einem kurzen Krieg große Teile der umkämpften Region Berg-Karabach zurückerobert. Die Gefechte endeten mit einer von Russland vermittelten Waffenstillstandsvereinbarung, nach deren Bestimmungen Armenien große Gebiete abtreten musste.

Der genaue Grenzverlauf zwischen den beiden Ex-Sowjetrepubliken ist seit dem Ausbruch des Konflikts Ende der 1980er-Jahre zwischen beiden Staaten umstritten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. November 2021 um 21:00 Uhr und 23:00 Uhr in den Nachrichten.