Amrullah Saleh | AFP

Afghanistans Ex-Regierung Entdeckten Taliban große Vermögen?

Stand: 16.09.2021 15:49 Uhr

Millionen Dollar, viel Gold: Die Taliban haben angeblich in Häusern von Ex-Regierungsmitgliedern viel Wertvolles gefunden. Es geht zum Beispiel um Ex-Vizepräsident Saleh, der militärischen Widerstand organisiert.

In Afghanistan hat die neue Führung der militant-islamistischen Taliban laut offiziellen Angaben mehr als zwölf Millionen US-Dollar (etwa 10,2 Millionen Euro) in Form von Bargeld und Goldbarren beschlagnahmt. Dies teilte die Zentralbank in der Hauptstadt Kabul mit. Das Geld und das Gold sei in Häusern von Mitgliedern der früheren Regierung und ehemaliger hochrangiger Beamter gefunden worden. Namentlich genannt wurde der ehemalige Vizepräsident Amrullah Saleh.

Ein hochrangiger Taliban schrieb auf Twitter, man habe bei Saleh mehr als sechs Millionen US-Dollar in bar und 18 Goldbarren entdeckt. Die genaue Summe, die in Salehs Haus beschlagnahmt worden sein soll, wurde nicht mitgeteilt. Die Zentralbank wird mittlerweile von den Taliban kontrolliert.

Beschuldigter baut militärischen Widerstand auf

Der Ex-Vizepräsident äußerte sich dazu noch nicht. Sein aktueller Aufenthaltsort ist unbekannt.

Saleh hatte sich im vergangenen Monat nach der Flucht des ehemaligen Präsidenten Ashraf Ghani zum amtierenden Präsidenten erklärt. Seit der Machtübernahme der Taliban Mitte August baut er in der Provinz Pandschir Widerstand auf.

Ghani mit vielen Millionen Dollar unterwegs?

Zuvor hatte Afghanistans ehemaliger Botschafter in Tadschikistan, Mohammed Sahir Agbar, behauptet, Ghani habe bei seiner Flucht 169 Millionen Dollar mitgenommen. Der Ex-Präsident wies dies zurück.

Nach Medienberichten forderte die Zentralbank auch Banken auf, die Konten ehemaliger Offizieller einzufrieren.

Gespräche über humanitäre Krise

Die UN-Sonderbeauftragte für Afghanistan, Deborah Lyons, sprach unterdessen mit dem neuen Innenminister Siradschuddin Hakkani über die humanitäre Krise in Afghanistan. Hakkani habe zugesichert, dass die Arbeit des UN-Personals in Afghanistan nicht behindert werde, erklärte ein Taliban-Sprecher. Lyons betonte laut UN-Angaben, jede Bedrohung oder Beeinträchtigung der Hilfsarbeiter müsse unbedingt unterbunden werden.

Hakkani galt jahrelang als einer der weltweit meistgesuchten Islamisten. Er leitet das von seinem Vater gegründete gleichnamige Netzwerk, das eine Untergruppe der Taliban bildet und US-Regierungskreisen zufolge Verbindungen zur Islamisten-Organisation Al-Kaida unterhält.

Die US-Bundespolizei FBI führt Hakkani als eine der meistgesuchten Personen. Für Informationen zu seiner Ergreifung ist eine Belohnung von zehn Millionen Dollar ausgesetzt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk in den Nachrichten am 15. September 2021 um 14:00 Uhr.