Passagiere betreten ein Flugzeug der Gesellschaft Qatar Airways am Flughafen Kabul

Zweiter Zivilflug nach US-Abzug Weitere Ausländer aus Kabul ausgeflogen

Stand: 10.09.2021 21:55 Uhr

Ein zweiter Flug von Qatar Airways hat Ausländer von Kabul nach Doha gebracht. Darunter sollen auch Deutsche sein. Unterdessen haben die USA Flüge mit Afghanen von US-Stützpunkten wegen mehrerer Masernfälle gestoppt.

Mit einem weiteren Evakuierungsflug sind Ausländer und Afghanen aus Kabul ausgeflogen worden. An Bord seien unter anderem 19 US-Bürger gewesen, erklärte eine Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats im Weißen Haus.

Nach Angaben eines katarischen Offiziellen flog die Maschine von Qatar Airways 158 Menschen in Katars Haupstadt Doha aus. Es seien auch Deutsche, Franzosen, Kanadier, Briten, Niederländer und Belgier im Flieger gewesen. Eine Bestätigung des Auswärtigen Amtes steht noch aus. Nach Angaben des Pariser Außenministeriums waren 49 französische Staatsbürger und deren Angehörige im Flieger.

Zuvor hatte der TV-Sender CNN unter Berufung auf Fernsehbilder des arabischen Senders Al-Dschasira berichtet, dass eine Maschine aus Katar am Freitagabend in Kabul gelandet sei. Nach der Landung seien Hilfsgüter entladen worden.

Am Donnerstag erster Evakuierungsflug seit US-Abzug

Am Donnerstag war der erste Evakuierungsflug nach dem Abzug der US-Truppen Ende August mit mehr als 100 Menschen an Bord in Kabul gestartet, darunter 15 Deutsche. Der Flug war ebenfalls mit Hilfe der Regierung Katars organisiert worden. 

Die USA seien Katar sehr dankbar dafür, dass das Emirat den Flugbetrieb in Kabul ermögliche und für die Sicherheit sorge, teilte der Nationale Sicherheitsrat des Weißen Hauses mit. Unabhängig davon seien auch zwei Amerikaner und elf Menschen mit US-Aufenthaltsgenehmigung auf dem Landweg ausgereist.

US-Flüge wegen mehrerer Masernfälle gestoppt

Unterdessen hat die US-Regierung Evakuierungsflüge mit afghanischen Schutzbedürftigen in die USA wegen mehrerer Masernfälle vorerst gestoppt. Unter in den USA gelandeten Afghanen habe es "vier Fälle von Masern" gegeben, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki. Die betroffenen Personen seien in Quarantäne. Die Gesundheitsbehörde CDC habe aber empfohlen, die Flüge vorerst auszusetzen.

Die USA nutzen unter anderem die US-Luftwaffenbasis Ramstein in Rheinland-Pfalz als eins von mehreren Drehkreuzen für ihre Evakuierungsmission aus Afghanistan. Von dort aus wird die Weiterreise der zahlreichen Menschen organisiert, die die US-Armee nach der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban ausgeflogen hat. Psaki machte keine Angaben dazu, wie lange der vorläufige Stopp andauern werde. Eine Impfung gegen Masern sei Voraussetzung für die Einreise von Afghanen in die USA, sagte sie. Man schaue nun, ob man auch an den Stützpunkten außerhalb der USA, an denen die Afghanen untergebracht seien, Impfungen verabreichen könne.

Ein Stopp der Flüge mit Ziel USA ist für Amerika auch ein Problem, da mit der Bundesregierung eigentlich vereinbart wurde, dass Deutschland nicht für länger als zehn Tage als Transitland für die Luftbrücke aus Afghanistan genutzt werden dürfe.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 10. September 2021 um 19:39 Uhr.