Passanten in Peking | dpa

Affenpocken in China Warnung vor "Hautkontakt mit Ausländern"

Stand: 19.09.2022 08:14 Uhr

China hat seinen ersten offiziellen Fall von Affenpocken - laut Behörden war die infizierte Person zuvor im Ausland. Ein hoher chinesischer Gesundheitsbeamter warnte nun vor "Hautkontakt mit Ausländern".

Von Eva Lamby-Schmitt, ARD-Studio Shanghai

Wu Zunyou ist Chef-Epidemiologe des chinesischen Zentrums für Seuchenkontrolle. Er schrieb am Wochenende auf der chinesischen Twitter-ähnlichen Internetplattform Weibo, dass die Menschen Haut-zu-Haut-Kontakt zu Ausländern meiden sollten. Es ist die erste seiner insgesamt fünf Empfehlungen, um sich gegen die Affenpocken-Infektion zu schützen.

Eva Lamby-Schmitt ARD-Studio Shanghai

Erster Fall angeblich bei eingereister Person

Der erste Fall in China wurde jetzt in der Stadt Chongqing im Südwesten des Landes entdeckt. Nach Angaben der Behörden handelt es sich um einen importieren Fall, also um jemanden, der gerade aus dem Ausland nach China eingereist war und sich nach den Regeln der Corona-Bestimmungen in verpflichtender Einreise-Quarantäne befand. Es wurde nicht angegeben, ob es sich bei dem Reisenden um einen Chinesen oder einen Ausländer handelte.

Bereits während der Corona-Pandemie haben die chinesischen Staatsmedien Stimmung gegen Ausländer in China gemacht. Nachdem der ursprüngliche Ausbruch in Wuhan im Jahr 2020 unter Kontrolle gebracht war, wurden lange Zeit fast alle Corona-Infektionen auf importierte Fälle aus dem Ausland zurückgeführt.

1000 Covid-Fälle am Tag

Spätestens mit der ansteckenderen Omikron-Variante wurden auch die lokal übertragenen Infektionen im Land offensichtlich. Offiziellen Angaben zufolge meldet die Volksrepublik aktuell knapp 1000 Covid-Fälle am Tag. Die chinesischen Staatsmedien verweisen dabei immer auf die vergleichsweise hohen Fallzahlen im Ausland. Häufig wird das Bild vermittelt, dass Ausländer durch die Pandemie hinweg keine Masken tragen und dass die Corona-Maßnahmen im Ausland nicht ausreichten.

Seit Beginn der Pandemie vor mehr als zweieinhalb Jahren hält China an einer strikten Null-Covid-Politik fest und reagiert auf kleinste Corona-Ausbrüche mit strikten Lockdowns von Millionenstädten, Massentests und Reiseverboten. All das ist für den Chef-Epidemiologen des chinesischen Zentrums für Seuchenkontrolle, ein entscheidender Faktor, weshalb auch die Ausbreitung von Affenpocken in China bisher verhindert werden konnte.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. September 2022 um 10:00 Uhr.