Archivbild von ASAP Rocky | Bildquelle: AFP

US-Rapper ASAP Rocky Hinter schwedischen Gardinen

Stand: 22.07.2019 09:03 Uhr

Seit fast drei Wochen sitzt US-Rapper ASAP Rocky in Schweden in U-Haft. Nach einer Schlägerei droht ihm dort ein Prozess. Nun schaltete sich das Weiße Haus ein.

Von Julia Kastein, ARD-Studio Washington

Eigentlich sollte der Rapper ASAP Rocky an diesem Wochenende in Deutschland sein - als Headliner beim Open-Air-Festival Melt in Sachsen-Anhalt. Stattdessen sitzt der als Rakim Mayers geborene US-Musiker seit dem 3. Juli im Gefängnis.

Die schwedische Justiz ermittelt wegen schwerer Körperverletzung gegen ihn. ASAP Rocky soll in eine Schlägerei in Stockholm verwickelt gewesen sein. Der Vorfall wurde in einem Video festgehalten, das Rocky belastet. Der Rapper selbst gab an, sich lediglich selbst verteidigt zu haben.

Am Samstag schaltete sich US-Präsident Donald Trump höchstpersönlich in die Affäre ein: Auf Twitter erklärte er, er habe mit dem schwedischen Premierminister Stefan Löfven telefoniert und seine Hilfe angeboten.

ASAP Rocky noch bis Donnerstag in U-Haft

Er selber habe ASAP Rocky gar nicht gekannt, hatte Trump zuvor im Weißen Haus eingeräumt. Der Rapper Kanye West und seine Frau Melania hätten ihm allerdings von ihm erzählt. Diese bestätigte, dass sie mit dem US-Außenministerium zusammenarbeite, um ASAP Rocky schnell nach Hause zu bringen.

Die schwedische Regierung bestätigte das Telefonat mit Trump und versicherte: ASAP Rocky werde genauso behandelt wie alle anderen Verdächtigen auch. Demnach soll der Instagram-Star mit über einer Million Anhängern noch bis mindestens Donnerstag dieser Woche in U-Haft bleiben. Es bestehe Fluchtgefahr, so Lövfen.

"In Schweden sind alle vor dem Gesetz gleich, auch Gäste aus anderen Ländern. Die schwedische Regierung kann nicht und wird auch nicht versuchen, die Staatsanwaltschaft oder die Gerichte zu beeinflussen."

Justin Biebers provokantes Dankeschön

Zuhause erntete Trump Lob von einigen Stars für sein Engagement für den Afro-Amerikaner. Kim Kardashian bedankte sich per Twitter. Genau wie Justin Bieber: "Finde ich gut, dass Du ihm hilfst", schrieb der Popstar. "Ich will, dass mein Freund frei kommt." Er fügte in Anspielung auf die an der mexikanischen Grenze inhaftierten Flüchtlingskinder hinzu: "Und wenn Du gerade dabei bist, kannst Du nicht auch gleich die Kinder aus den Käfigen rauslassen?"

Inhaftierter Rapper ASAP Rocky jetzt ein Fall für Trump
Julia Kastein, ARD Washington
22.07.2019 08:52 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 22. Juli 2019 um 07:13 Uhr.

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