Shoko Asahara sitzt in einem Gefangenentransporter zwischen japanischen Polizisten (Archivbild vom 19. Juli 1995). | Bildquelle: AFP

Giftgasanschlag auf Tokios U-Bahn Sektenführer Asahara hingerichtet

Stand: 06.07.2018 04:13 Uhr

23 Jahre nach dem tödlichen Giftgasanschlag auf die U-Bahn in Tokio ist der Chef der Aum-Sekte hingerichtet worden. 13 Menschen wurden damals getötet und mehr als 6000 verletzt.

Der für den tödlichen Saringas-Anschlag auf die Tokioter U-Bahn 1995 verantwortliche Gründer der Aum-Sekte, Shoko Asahara, ist hingerichtet worden. Ein Regierungssprecher bestätigte den Tod Asaharas.

Neben dem 63 Jahre alten Asahara wurden Medienberichten zufolge auch sechs weitere Mitglieder der Sekte hingerichtet. Diese Angaben bestätigte der Regierungssprecher bislang nicht. Insgesamt wurde mehr als 190 Aum-Mitgliedern der Prozess gemacht. Das letzte Gerichtsverfahren wurde im Januar dieses Jahres abgeschlossen.

Sarin-Anschlag U-Bahn Tokio 1995
galerie

Verletzte warten am 20. März 1995 vor der U-Bahn-Station auf Behandlung.

Werden die Täter durch Exekution zu Märtyrern?

Asahara und zwölf weitere Männer wurden zum Tode verurteilt. Der halbblinde Sektenführer saß seit seiner Verurteilung im Jahr 2004 im Todestrakt. Das japanische Rechtssystem behält sich vor, den Zeitpunkt der Vollstreckung durch den Strang bis zum letzten Moment geheim zu halten. Menschenrechtsorganisationen haben immer wieder dagegen protestiert.

Experten hatten in der Vergangenheit gewarnt, dass Exekutionen die Täter in den Augen ihrer Anhänger zu Märtyrern machen könnten.

Am 20. März 1995 hatten Mitglieder der Weltuntergangssekte "Aum Shinrikyo" zur Zeit des morgendlichen Berufsverkehrs in mehreren Zügen Plastiktüten mit Sarin aufgestochen und so das tödliche Nervengas freigesetzt. Die Tat ereignete sich direkt unter dem Regierungsviertel der japanischen Hauptstadt. 13 Menschen starben, mehr als 6000 wurden verletzt.

Sektenführer Shoko Asahara in Japan hingerichtet
tagesschau 12:00 Uhr, 06.07.2018, Annette Dittert, NDR

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Anschlag sollte Polizeirazzia verhindern

Mit dem Anschlag wollte die Sekte eine geplante Polizeirazzia gegen ihr Hauptquartier am Fuße des heiligen Berges Fuji verhindern. Asahara, der den bürgerlichen Namen Chizuo Matsumoto trug, wurde später als Drahtzieher zum Tode verurteilt.

Mit Informationen von Jürgen Hanefeld, ARD-Studio Tokio

Die Aum-Sekte

Die Aum-Sekte bekennt sich zu eine Mixtur aus Endzeit-Prophezeiungen des Nostradamus mit christlichen und buddhistischen Versatzstücken. Dazu gehört ein Konzept, das die Ermordung eines Menschen damit rechtfertigt, dass der Getötete dadurch einen höheren spirituellen Status erreicht. Die Sekte wurde in den achtziger Jahren gegründet. Zeitweilig hatte die Sekte weltweit 40.000 Anhänger. Unter ihnen viele Akademiker, Ärzte und Naturwissenschaftler. Trotz des menschenverachtenden Verbrechens lebt die Lehre in zwei Nachfolgeorganisationen weiter: "Aleph" und "Hikari no Wa" sammeln Anhänger und Geld. Nach offiziellen Angaben verfügen die etwa 2000 Mitglieder bereits wieder über mehr als fünf Millionen Euro.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. Juli 2018 um 04:56 Uhr.

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