Ein von Wilderern getötetes Nashorn im Kruger-Nationalpark in Südafrika | Bildquelle: dpa

Drastisches Artensterben seit 1970 60 Prozent weniger Wirbeltiere

Stand: 30.10.2018 12:17 Uhr

Die Zahlen des WWF sind dramatisch: Im Vergleich zu 1970 leben 60 Prozent weniger Wirbeltiere auf der Welt. Ungeachtet dessen lockert China sein Handelsverbot für Tiger- und Nashornprodukte.

Ob Nashörner, Tiger, Elefanten oder Leoparden - sie alle sind vom Aussterben bedroht. Die Zahl der weltweit lebenden Wirbeltiere ist laut einem Bericht der Umweltschutzorganisation WWF in den vergangenen Jahrzehnten drastisch geschrumpft. Zwischen 1970 und 2014 sei die Zahl der in Wildnis lebenden Wirbeltiere durch menschliche Aktivitäten um 60 Prozent zurückgegangen, heißt es im WWF-Weltzustandsbericht 2018. Die Schuld trage der Mensch, denn durch Landwirtschaft, Bergbau und das Wachsen der Städte verlieren die Tiere ihren Lebensraum.

Indochinesischer Tiger
galerie

In China dürfen künftig wieder Tigerknochen in der traditionellen Medizin eingesetzt werden.

"Die Situation ist wirklich schlecht, und sie wird immer schlechter", sagte WWF-Direktor Marco Lambertini. Er mahnte, Naturschutz bedeute nicht nur, beliebte Tiere wie Tiger, Pandas und Wale zu schützen. Für den Menschen könne es keine Zukunft geben, wenn die Erde ihrer biologischen Vielfalt beraubt werde.

Wildtier-Bestände seit 1970 um mehr als die Hälfte zurückgegangen
tagesschau 16:00 Uhr, 30.10.2018, Sonja Lüning, RBB

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China lockert Verbot

Im Kontrast zu diesem Appell steht Chinas Entscheidung, das Handelsverbot für Tiger- und Nashornprodukte nach 25 Jahren zu lockern. Nach der Mitteilung der Regierung soll die Verwendung von Nashornhörnern und Tigerknochen für Forschung und Heilung in der traditionellen chinesischen Medizin gestattet werden.

Die Ausnahme für das 1993 in Kraft gesetzte Verbot gilt demnach für zertifizierte Krankenhäuser und Ärzte. Sie dürfen künftig Teile von Tieren nutzen, die in Gefangenschaft auf Farmen gezüchtet wurden.

Tierschützer reagierten mit Entsetzen auf die Meldung. Der WWF zeigte sich "zutiefst beunruhigt" und warnte, dass die Wiederaufnahme eines legalen Marktes auch Tiere in freier Wildbahn in große Gefahr bringe.

Aufwind für Wilderei

"Die Erfahrungen Chinas mit dem Handel mit Elfenbein haben deutlich gezeigt, wie schwierig es ist, parallel legale und illegale Märkte zu kontrollieren", sagte WWF-Vorstand Eberhard Brandes. Es stehe zu befürchten, dass illegale Produkte gewaschen werden und so in den Handel fließen. Gleichzeitig müsse davon ausgegangen werden, dass die Nachfrage angeheizt wird und so der Wildereidruck auf freilebende Tiere weiter steigt.

Nashorn- und Tigerteile wurden seit Jahrhunderten in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet, um etwa Fieber, Lebensmittelvergiftungen oder Impotenz zu behandeln. Während führende Stimmen in der traditionellen chinesischen Medizin seit Jahren offiziell von der Verwendung von Nashorn- und Tigerteilen abgeraten haben, gab es jedoch weiterhin einen Untergrundhandel. Im vergangenen Jahr hatte China noch Lob geerntet, weil es den Handel mit Elfenbein verbot.

China lockert Verbot für Handel mit Tiger- und Nashornteilen
Axel Dorloff, ARD Peking
30.10.2018 10:37 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 30. Oktober 2018 um 10:00 Uhr.

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