Artenschutzkonferenz in Doha Kaum Herz für Haie

Stand: 23.03.2010 15:37 Uhr

Hammerhai
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Hammerhaie dürfen weiterhin gejagt werden.

Die Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzabkommens CITES haben sich mehrheitlich gegen strengere Schutzmaßnahmen für bedrohte Haie ausgesprochen. Auf ihrer Konferenz in Doha lehnten sie einen Vorschlag der USA und des Pazifikstaats Palau ab, ab 2012 Handelsbeschränkungen für den Bogenstirn-Hammerhai und den Weißspitzen-Hochseehai einzuführen. Beide Tierarten stehen auf der Roten Liste der internationalen Naturschutzorganisation IUCN, ihre Bestände sind in den vergangenen 20 Jahren weltweit um rund 80 Prozent zurückgegangen.

Haifischflossensuppe bedroht Bestände

Widerstand kam vor allem aus Japan, unterstützt von Indonesien und China. In diesen Ländern werden die Raubfische für die beliebte chinesische Haifischflossensuppe gejagt. Umweltschützer machen die umstrittene Spezialität für die drohende Ausrottung mehrerer Haiarten verantwortlich.

Haifischflossen auf einem asiatischen Markt
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Haifischflossen gelten in vielen asiatischen Ländern als kulinarische Spezialität.

Tierschützer kritisierten das Scheitern des Vorschlags. Der Meeresbiologe Ralf Sonntag vom Internationale Tierschutz-Fonds (IFAW) bezeichnete es als "grob fahrlässig", den Handel mit den Haien nicht zu kontrollieren. "Der Lebensraum Meer hat hier verloren", sagte Sandra Altherr von Pro Wildlife auch mit Blick auf die Korallen und den Blauflossenthunfisch. Ein stärkerer Schutz dieser Arten war zuvor ebenfalls am Widerstand Japans gescheitert.

Heringshaihandel wird kontrolliert

Der Antrag Deutschlands, den Handel mit Heringshaien zu kontrollieren, wurde hingegen angenommen. "Das ist eine kleine Sensation, denn wir sind mit diesem Antrag schon zwei Mal zuvor gescheitert", sagte der stellvertretende deutsche Delegationsleiter Gerhard Adams. "Es ist der erste Haiantrag, der von dieser Konferenz überhaupt je akzeptiert worden ist. Wir sind sehr stolz, dass er jetzt durchgekommen ist." Eine Schlappe musste Deutschland dagegen beim Antrag für den Dornhai hinnehmen, der weiterhin unkontrolliert gefangen werden darf.

Die benötigte Zweitdrittelmehrheit für den Heringshai war auf der Konferenz nur knapp erreicht worden. Daher bleibe abzuwarten, ob einer der Vertragsstaaten eine erneute Abstimmung im Plenum am Ende der Konferenz beantrage, sagte Adams. Für die anderen Haiarten hoffen die Umweltschützer dagegen auf eine erneute Abstimmung.

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