Elefanten im Selous-Nationalpark in Tansania | Bildquelle: picture-alliance / united-archiv

Artenschutzkonferenz endet Mehr Schutz für Tiere und Pflanzen

Stand: 28.08.2019 15:58 Uhr

Die Artenschutzkonferenz hat ein positives Fazit gezogen. In Genf wurde eine Liste mit mehr als 150 bedrohten Tier- und Pflanzenarten verabschiedet, die künftig besser geschützt werden sollen.

Von Dietrich Karl Mäurer, ARD Studio Zürich

Insbesondere wegen ihrer Flossen sind Makohaie vor allem in Asien als Delikatesse beliebt. Nun stehen die Fische unter Schutz, trotz heftigem Widerstand etwa von Japan. Kurz vor dem Abschluss der Artenschutzkonferenz in Genf wurde der entsprechende Antrag beschlossen - anders als erwartet - ohne weitere Debatte. Künftig dürfen die Makohaie nur noch gefischt bzw. gehandelt werden, wenn dadurch deren Bestände nicht gefährdet werden.

Haifischflossen | Bildquelle: dpa
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Ein Arbeiter sammelt in Hongkong Haifischflossen, die auf dem Dach einer Fabrikhalle getrocknet wurden.

Ralf Sonntag von der Organisation "Internationaler Tierschutz-Fond" ist erleichtert. Der Meeresbiologe sagt, die Aufnahme der Fische auf die Liste der zu schützenden Tiere war dringend angezeigt: "Viele Haie, insbesondere auch die Makos, sind inzwischen sehr stark gefährdet, in manchen Gewässern sind sie bis zu 80 Prozent zurückgegangen. Im Mittelmeer sind sie praktisch ausgestorben, d.h. hier ist ganz dringend Schutz notwendig." Sonntag glaubt, dass sie durch die Listung am besten geschützt werden können. Dadurch könne letztendlich nur noch mit nachhaltig gefangenen Tieren gehandelt werden.

Schutz für mehr als 142 Tierarten

Fast zwei Wochen lang haben in Genf die 183 Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzübereinkommens darüber beraten, ob die Regeln für den Handel mit gefährdeten Wildtieren und -Pflanzen verschärft oder gelockert werden sollen. Letztlich wurden die Weichen insgesamt auf mehr Schutz gestellt. Für 142 Tier- und 20 Pflanzenarten wurden Handelsbeschränkungen verschärft oder überhaupt erst eingeführt, etwa für Giraffen und bestimmte tropische Hölzer.

Das freut auch Daniela Freyer von der Tier- und Naturschutzorganisation Pro Wildlife: "Unsere Bilanz ist sehr positiv. Das Abstimmungsverhalten war einfach sehr im Sinne des Natur- und Artenschutzes, was uns natürlich als Naturschutzorganisation sehr freut. Eine sehr positive Sache ist der Schutz für viele Tierarten, die durch den Heimtierhandel bedroht sind. Sie werden noch in freier Natur eingefangen, um sie in Terrarien, Käfige zu stecken. Wichtig sei, dass der Handel mit Elfenbein und Nashorn verboten bleibt."

UN-Artenschutzkonferenz stellt weitere Tierarten unter Schutz
tagesschau 20:00 Uhr, 28.08.2019, Simon Riesche, ARD Genf

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Gerade diese Entscheidung bedeutet letztlich eine Schlappe für mehrere Länder aus dem südlichen Afrika. Unter Verweis auf eine Erholung ihrer Elefantenbestände und Probleme, die durch wilde Elefanten für die Bevölkerung entstehen, wollten sie eine Lockerung des Elfenbeinhandels erreichen. Kurz vor Ende der Genfer Artenschutzkonferenz war Muneso Munodawafa, der Leiter der Delegation aus Simbabwe, nicht nur enttäuscht, sondern regelrecht verärgert: "Wir haben versucht, den Menschen die Herausforderungen zu erklären, vor denen wir im Zusammenhang mit diesen Tieren stehen. Und niemand hört hin. Stattdessen hören sie auf Länder, die keine Elefanten haben, die Elefanten nur aus dem Fernsehen kennen."

Er schimpfte, dass keiner der in Genf anwesenden Tierschützer vermutlich jemals auf einer Beerdigung eines Menschen gewesen sei, der durch Konflikte mit wilden Tieren getötet wurde.

 Schulze: Gute und wichtige Schritte

Die deutsche Delegation zeigte sich insgesamt sehr zufrieden mit dem Verlauf des Treffens. Bundesumweltministerin Svenja Schulze bewertete in einer Medienmitteilung die Beschlüsse von Genf als gute und wichtige Schritte für den Artenschutz. Die Staatengemeinschaft habe Handlungsfähigkeit bewiesen.

Mehr Schutz für Wildtiere und -pflanzen: Artenschutzkonferenz in Genf zu Ende
Karl Dietrich Mäurer, ARD Zürich
28.08.2019 14:43 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. August 2019 um 16:00 Uhr.

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