Alberto Fernandez jubelt über seinen Sieg bei der Präsidentschaftswahl in Argentinien | Bildquelle: ENRIQUE GARCIA MEDINA/EPA-EFE/RE

Argentinien Mitte-Links-Politiker gewinnt Wahl

Stand: 28.10.2019 01:41 Uhr

Der Gewinner der Präsidentschaftswahl in Argentinien heißt Alberto Fernández. Der Mitte-Links-Politiker liegt nach Auszählung der meisten Stimmen vor Amtsinhaber Macri. Die Wahl stand unter dem Zeichen einer schweren Wirtschaftskrise.

Der Oppositionskandidat Alberto Fernández hat die Präsidentenwahl in Argentinien klar gewonnen. Nach Auszählung von mehr als 96 Prozent der Stimmen kam der Mitte-Links-Politiker auf 48,03 Prozent der Stimmen. Der konservative Amtsinhaber Mauricio Macri kam auf 40,44 Prozent, wie aus Zahlen der Wahlbehörde hervorging.

Cristina Kirchner trat als Fernández' Vizekandidatin an. | Bildquelle: AFP
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Cristina Kirchner trat als Fernández' Vizekandidatin an.

Das Ergebnis fiel demnach klar, aber dennoch etwas knapper aus, als Umfragen es hatten erwarten lassen. In den Vorwahlen war Macri auf desaströse 32 Prozent gekommen. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 81 Prozent.

Der Sieg für Fernández schon im ersten Wahlgang bedeutet gleichzeitig die Rückkehr der direkten Vorgängerin Macris, Cristina Kirchner, in die Regierung. Die 66-Jährige ist Fernández' Vizekandidatin. Gegen sie laufen derzeit mehrere Verfahren wegen Korruptionsvorwürfen. Weil sie derzeit Senatorin ist, genießt sie Immunität.

Alberto Fernández gewinnt Präsidentschaftswahl in Argentinien
Morgenmagazin, 28.10.2019

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Unruhe an den Märkten

Der Peronist Fernández war Kabinettschef während der vierjährigen Präsidentschaft von Kirchners Ehemann, dem inzwischen verstorbenen Néstor Kirchner. Er übte das Amt auch noch in den ersten Monaten der darauf folgenden Amtszeit von Cristina Kirchner aus. Sie regierte von 2007 bis 2015. Er gilt als gemäßigt und nicht durch Korruptionsvorwürfe belastet.

Sein Erfolg bei den Vorwahlen hatte trotzdem für Unruhe an den Finanzmärkten gesorgt. Anleger befürchteten, dass Fernández eine Rückkehr zur Politik Kirchners anstrebt. Sie hatte auf Handels- und Kapitalkontrollen gesetzt.

Argentinien steckt in einer schweren Wirtschafts- und Finanzkrise, obwohl der Internationale Währungsfonds (IWF) dem südamerikanischen Land im vergangenen Jahr einen Bereitschaftskredit von 57 Milliarden US-Dollar gewährte. Die Inflationsrate liegt bei mehr als 50 Prozent.

Allein im vergangenen Jahr rutschten nach Angaben der Statistikbehörde 3,4 Millionen Argentinier in die Armut ab. Der Kampf gegen die Armut war eines der wichtigsten Wahlversprechen Macris vor vier Jahren.

Linksruck in Argentinien - Peronist Fernández gewinnt die Wahl auf Anhieb
Ivo Marusczyk, ARD Buenos Aires
28.10.2019 07:45 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. Oktober 2019 um 07:00 Uhr.

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