Demonstranten schreien vor dem argentinischen Parlament. | Bildquelle: dpa

Abstimmung in Argentinien Abtreibung bleibt illegal

Stand: 09.08.2018 08:33 Uhr

In Argentinien ist eine Initiative zur Legalisierung der Abtreibung knapp gescheitert. Zuvor hatten Zehntausende Menschen vor dem Parlament für und gegen das Recht auf Schwangerschaftsabbrüche demonstriert.

Schwangerschaftsabbrüche bleiben in Argentinien weiterhin nur in Ausnahmefällen erlaubt. Der Senat lehnte mit 38 gegen 31 Stimmen eine Gesetzesvorlage ab, die bereits von der Abgeordnetenkammer angenommen worden war.

Zehntausende Menschen hatten sich während der 16-stündigen Debatte auf den Straßen um das Parlament versammelt, um teils für und teils gegen die Legalisierung der Abtreibung zu demonstrieren.

350.000 illegale Abtreibungen pro Jahr

In Argentinien ist Abtreibung bislang nur im Fall von Vergewaltigung oder Lebensgefahr für Mutter oder Kind erlaubt. Nach Schätzungen des Gesundheitsministeriums werden jedoch jährlich über 350.000 illegale Abtreibungen durchgeführt. Rund 50.000 Frauen werden jährlich wegen gesundheitlicher Komplikationen nach diesen Eingriffen in Krankenhäuser eingeliefert.

Proteste für die Möglichkeit der Abtreibung in Argentinien (Foto: Anne Herrberg)
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Die Rebellion der grünen Kopftücher - Befürworterinnen der Abtreibungsreform vor dem Kongress.

Nach der gültigen Gesetzgebung von 1921 machen sich bei einer Abtreibung nicht nur die Ärzte, sondern auch die Frauen strafbar. Zwischen 2007 und 2016 sind in Argentinien 63 Menschen in Verbindung mit illegalen Abtreibungen vor Gericht verurteilt worden.

Die Abstimmungen fanden in beiden Parlamentskammern ohne Fraktionszwang statt. Einige Minister, darunter der Gesundheitsminister, sprachen sich für die Gesetzesvorlage aus, andere Regierungsmitglieder dagegen. Die Katholische Kirche hatte aktiv gegen die Legalisierung der Abtreibung gekämpft.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 09. August 2018 um 10:00 Uhr.

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