Aquarius 2 | Bildquelle: AFP

Nach Flaggen-Entzug "Aquarius 2" unterwegs nach Marseille

Stand: 24.09.2018 18:51 Uhr

Das zivile Rettungsschiff "Aquarius 2" steuert den Hafen von Marseille an - mit der Bitte, die geretteten Menschen dort aufzunehmen. Nach dem Entzug der panamaischen Flagge muss es sich um eine neue bemühen.

Die "Aquarius 2" muss ihre Flagge wechseln - nun will sie im französischen Marseille vor Anker gehen. Die Hilfsorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen teilten auf einer Pressekonferenz in Paris mit, das Schiff sei auf dem Weg nach Marseille.

Die Besatzung werde die französische Regierung bitten, 58 Menschen dort von Bord gehen zu lassen, die aus dem Mittelmeer gerettet worden seien. Italien und Malta hatten nach Angaben von Operationschef Frédéric Penard die Aufnahme verweigert.

Panama will "Aquarius 2" die Registrierung entziehen
tagesschau 20:00 Uhr, 24.09.2018, Sabine Rau, ARD Paris

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"Absolute Notwendigkeit" für private Seenotrettung

SOS Méditerranée hat in der Küstenstadt sein Hauptquartier und muss dort einen Zwischenstopp einlegen, nachdem Panama angekündigt hatte, der "Aquarius 2" seine Flagge zu entziehen und das Schiff aus seinem Schifffahrtsregister zu löschen.

Die Organisation rief Panama dazu auf, seine Entscheidung rückgängig zu machen. Andernfalls seien die europäischen Staaten dazu aufgerufen, dem Schiff eine Registrierung in einem anderen Land anzubieten. Es gebe eine "absolute Notwendigkeit" für private Seenotrettung.

Mehr als 1700 Menschen ertrunken oder vermisst

Seit Anfang des Jahres sind nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration mehr als 1700 Menschen auf der Fahrt über das Mittelmeer ertrunken oder gelten als vermisst.

Mit der "Aquarius 2" ist dem letzten verbleibenden privaten Rettungsschiff im zentralen Mittelmeer die Zulassung entzogen worden - die Regierungen Italiens, aber auch Maltas, haben in den vergangenen Monaten die Arbeit der übrigen Rettungs-NGOs unter anderem durch juristische Verfahren weitestgehend zum Erliegen gebracht.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. September 2018 um 17:00 Uhr.

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