Gerettete Migranten werden zur !Auqraius" gebracht | Bildquelle: Guglielmo Mangiapane/SOS MEDITER

Rettungsschiff im Mittelmeer Malta will "Aquarius" anlegen lassen

Stand: 14.08.2018 19:57 Uhr

Nach tagelangem Warten im Mittelmeer darf das Rettungsschiff "Aquarius" auf Malta anlegen. Die Menschen an Bord sollen anschließend auf mehrere Länder verteilt werden, darunter auch Deutschland.

Nach tagelangem Ausharren im Mittelmeer zeichnet sich eine europäische Lösung für das Rettungsschiff "Aquarius" und die 141 Flüchtlinge an Bord ab. Der maltesische Regierungssprecher Kurt Farrugia teilte auf Twitter mit, Malta werde dem Schiff erlauben, in einen seiner Häfen einzulaufen, obwohl es dazu nicht verpflichtet sei. Die Migranten würden anschließend nach Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Portugal und Spanien verteilt.

Spanien und Portugal nehmen den Großteil auf

Deutschland erklärte sich bereit, 50 der 141 Migranten aufnehmen. Bundesinnenminister Horst Seehofer habe sich aus Gründen der Humanität dazu entschieden, teilte das Innenministerium mit. Voraussetzung sei aber, dass auch andere Staaten helfen. Zudem bedürfe es einer baldigen europäischen Lösung im Umgang mit aus Seenot geretteten Migranten.

Zudem bot Spanien die Aufnahme von 60 Menschen an, Portugal will 30 Flüchtlinge aufnehmen. An den Verhandlungen der Mittelmeer-Anrainer war unter anderem auch Frankreich beteiligt. Die "Aquarius" wird von den Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée betrieben. Das Schiff liegt derzeit etwa 30 Seemeilen westlich von Malta. Die am Freitag geretteten Flüchtlinge stammen überwiegend aus Somalia und Eritrea. Die Hälfte von ihnen sind Minderjährige.

Zuvor hatte sich auch Katalonien zur Öffnung seiner Häfen bereit erklärt. "Katalonien wird immer ein Aufnahmeland sein", schrieb Regionalpräsident Quim Torra auf Twitter. Die Häfen mehrerer Badeorte nördlich und südlich von Barcelona stünden für die "Aquarius" bereit. Er nannte unter anderem die Orte Palamós und Vilanova.

Flüchtlingsschiff Open Arms | Bildquelle: AFP
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Die "Open Arms" durfte den Hafen von Algeciras verlassen.

"Open Arms" darf spanischen Hafen verlassen

Auch im Fall des Rettungsschiffes "Open Arms" gibt es Bewegung. Nach einem ersten Verbot und mehrtägiger Ungewissheit durfte das Schiff den Hafen der südspanischen Stadt Algeciras verlassen. Man wolle nun zunächst in Barcelona die Besatzung austauschen und anschließend die Rettungsaktivitäten im Mittelmeer wieder aufnehmen, teilte die Nichtregierungsorganisation Proactiva Open Arms mit.

Am Samstag hatten die Behörden die Seenotretter noch am Auslaufen gehindert. Nach einer Inspektion habe das Schiff zunächst die Erlaubnis erhalten, seine Reise fortzusetzen, sei dann aber bereits außerhalb der Bucht von Algeciras angewiesen worden, in den Hafen zurückzukehren, wie der Gründer der Organisation Oscar Camps auf Twitter erklärte.

Die "Open Arms" hatte am Donnerstag 87 vor der libyschen Küste gerettete Migranten nach Spanien gebracht. Neben der "Aquarius" ist sie derzeit das einzige zivile Rettungsschiff, das im Mittelmeer Migranten rettet.

Sicherer Hafen für die Aquarius gefunden
Holger Beckmann, WDR Brüssel
14.08.2018 19:40 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 14. August 2018 um 15:45 Uhr und 16:15 Uhr in den Nachrichten.

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