"Aquarius" in Valencia | Bildquelle: REUTERS

"Aquarius" in Valencia Eine politische Botschaft an Europa

Stand: 17.06.2018 14:20 Uhr

Aufatmen bei den Passagieren der "Aquarius": Sie sind froh, den sicheren Hafen in Valencia erreicht zu haben. Ihre Aufnahme in Spanien wird in den Medien als Botschaft an Europa verstanden.

Von Marc Dugge, ARD-Studio Madrid, zzt. Valencia

Im spanischen Valencia ist am Morgen das Rettungsschiff "Aquarius" eingetroffen. Zusammen mit zwei Begleitschiffen erreichten so im Laufe des Tages 630 Migranten den Hafen. Eine lange Irrfahrt durchs Mittelmeer geht zu Ende.

Um 10.45 Uhr läuft die "Aquarius" im Hafenbecken von Valencia ein, begleitet von Schiffen der Polizei Guardia Civil und der Seenotrettung. 106 Migranten sind an Bord. Schon am Morgen hatte das erste der beiden Begleitschiffe mehr als 270 Menschen in den Hafen gebracht. Sanitäter steigen aufs Schiff, um die Angekommenen zu untersuchen. Kurze Zeit später werden die Migranten in kleinen Gruppen vom Schiff geführt - gut abgeschirmt von den Hunderten Journalisten, die die Ankunft beobachten.

Flüchtlingsschiff "Aquarius" erreicht Hafen in Valencia
tagesthemen 23:15 Uhr, 17.06.2018, Stefan Schaaf, ARD Madrid

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Medizinische Betreuung bis zu den Aufnahmezentren

Karline Klejer, Notfall-Leiterin der Organisation "Ärzte ohne Grenzen" erzählt:  "Die Menschen sind sehr glücklich, heute in Spanien anzukommen. Es war eine lange Fahrt. Viele sind krank geworden, auch seekrank, denn die Wetterbedingungen waren ziemlich schlecht. Aber die Menschen sind einfach froh, da zu sein."

Ärzte der Organisation hatten die Migranten schon auf dem Schiff medizinisch betreut. So müssen nur wenige in ein Krankenhaus gefahren werden, darunter eine Schwangere. Im Hafen kümmern sich mehr als 2300 Helfer um die Angekommen, darunter auch Hunderte Polizisten und viele Übersetzer.

Busse bringen sie in die Aufnahmezentren. José Javier Sánchez ist beim Spanischen Roten Kreuz zuständig für die Aufnahme der Migranten: "Die Herausforderung für uns ist, all die Menschen zu betreuen und sie mit dem zu versorgen, was sie brauchen – und ihnen dann später bei der Integration zu helfen."

Passagiere der gehen in Valencia von Bord | Bildquelle: JUAN CARLOS CARDENAS/EPA-EFE/REX
galerie

Passagiere der gehen in Valencia von Bord

"Aquarius" als Symbol

Helfer der Organisation SOS Méditérannée hatten die Migranten vor gut einer Woche mit der "Aquarius“ vor der Küste Libyens aufgegriffen. Ihre Schlauchboote waren in Seenot geraten. Die meisten der Menschen konnten gerettet werden, zwei ertranken. Verena Papke, Sprecherin von SOS Méditerranée: "Uns müsste es nicht geben, wenn politisch in Europa alles funktionieren würde. Menschen werden weiter flüchten. Sie fliehen vor Menschenrechtsverletzungen und wir werden sie dabei nicht aufhalten. Die 'Aquarius' ist zum Symbol dafür geworden, dass es Zeit ist, sich zusammen zu setzen und sich ernsthaft Gedanken zu machen."

Italien und Malta hatten sich geweigert, das Rettungsschiff an Land zu lassen. Spaniens neuer Ministerpräsident Pedro Sánchez erklärte sich schließlich dazu bereit, die Schiffe in den Hafen von Valencia einlaufen zu lassen. Dank einer Sondergenehmigung können sich die Migranten nun 45 Tage lang legal in Spanien aufhalten. In dieser Zeit wird überprüft, ob es sich bei ihnen tatsächlich um Flüchtlinge handelt und sie ein Anrecht auf Asyl haben.

Bei dem Vorgehen von Sánchez handle es sich vor allem um eine politische Geste, sagt Carlos Cué. Er schreibt für die Zeitung "El País" seit langem über Migrationsthemen: "Spanien möchte damit eine starke Botschaft nach Europa senden: Das Land will sich an der Debatte um Migration beteiligen, mit einer sehr anderen Position als sie etwa die italienische Regierung oder die Rechtsextremen in Deutschland vertreten. Die Botschaft ist: Spanien ist anders! Hier hat die Regierung gewechselt -  jetzt ändert sich auch die Politik."

Schauen auf Deutschland

Spaniens Regierungschef hat allerdings auch klar gemacht, dass es sich um eine Ausnahmesituation handelt. Dass Spanien nun die Grenzen weit öffnen wird, gilt als ausgeschlossen. Die Regierung wird beim Thema Asyl keine Alleingänge unternehmen. Sie schaut vor allem auf einen Partner: auf Deutschland.

Rettungsschiff "Aquarius" im Hafen von Valencia eingetroffen
Marc Dugge, ARD Madrid
17.06.2018 13:41 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete am 17. Juni 2018 die tagesschau um 12:00 Uhr und Deutschlandfunk um 13:11 Uhr.

Darstellung: