Männer tragen die Leiche eines Kindes, das bei einer Militäroperation der US-geführten internationalen Koalition getötet wurde.  | dpa

Provinz Idlib Offenbar mehrere Tote bei US-Einsatz in Syrien

Stand: 03.02.2022 13:30 Uhr

Die USA sind nach eigenen Angaben im Nordwesten Syriens gegen Dschihadisten vorgegangen. Während das Pentagon von einem "erfolgreichen Einsatz" spricht, berichten Aktivisten von mehreren toten Zivilisten - unter ihnen seien Kinder.

Spezialeinheiten des US-Militärs haben im Nordwesten Syriens nach eigenen Angaben einen Anti-Terror-Einsatz ausgeführt. "Die Mission war erfolgreich", teilte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, mit. Auf Seiten der USA seien keine Opfer zu beklagen gewesen.

Das Pentagon machte keine detaillierten Angaben dazu, gegen wen sich der Einsatz richtete und ob dabei Feinde oder Zivilisten getötet oder verletzt wurden. Kirby kündigte weitere Informationen zu einem späteren Zeitpunkt an.

Offenbar mehrere Zivilisten unter den Opfern

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden bei dem Angriff 13 Menschen getötet - unter ihnen auch sieben Zivilisten, darunter vier Kinder. Ersthelfer berichteten von sechs Kindern und vier Frauen.

Anwohner und Aktivisten berichteten von einem großen Bodenangriff und von US-Streitkräften, die mit Hilfe von Lautsprechern Frauen und Kinder aufforderten, das Gebiet zu verlassen. Sie beschrieben den Einsatz als die größte Militäroperation seit der Tötung des IS-Chefs Abu Bakr al-Bagdadi im Oktober 2019. Die Beobachtungsstelle erklärte, Truppen der US-geführten Koalition seien mit Hubschraubern in dem Gebiet gelandet und hätten ein Haus attackiert. Es sei zu Zusammenstößen mit Kämpfern am Boden gekommen.

IS versucht wieder Fuß zu fassen

Der Einsatz ereignete sich in der nordwestlichen Provinz Idlib. Weite Teile der Region werden von Kämpfern kontrolliert, die von der Türkei unterstützt werden. Die Gegend ist jedoch auch eine Hochburg der Terrorgruppe Al-Kaida. Andere militante Extremisten haben in der Region ebenfalls Unterschlupf gefunden.

Die Operation erfolgte vor dem Hintergrund von Bemühungen der Terrorgruppe Islamischer Staat, wieder stärker in der Gegend in Erscheinung zu treten. Die Terrorgruppe hatte in der Region zuletzt mehrere Attacken ausgeführt. Bei dem größten IS-Angriff seit dem Zerfall des von der Terrorgruppe ausgerufenen Kalifats im Jahr 2019 wurde ein Gefängnis im Nordosten Syriens angegriffen, um dort einsitzende IS-Angehörige zu befreien.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. Februar 2022 um 15:00 Uhr.