Eisberge in der östlichen Antarktis | Bildquelle: REUTERS

24 Staaten und EU einig Meeresschutzzone in der Antarktis

Stand: 28.10.2016 15:03 Uhr

Durchbruch nach jahrelangen Verhandlungen: In der Antarktis soll die weltweit größte Meeresschutzzone entstehen. Darauf verständigten sich in der Nacht 24 Staaten und die EU. Umweltschützer sprechen von einer bahnbrechenden Entscheidung.

Vor der Küste der Antarktis soll das größte Meeresschutzgebiet der Erde entstehen. Darauf haben sich 24 Staaten und die Europäische Union nach jahrelangen Verhandlungen beim Treffen der Kommission für die Erhaltung der lebenden Meeresschätze in der Antarktis (CCAMLR) im australischen Hobart geeinigt.

Das Schutzgebiet im ökologisch bedeutsamen Rossmeer soll 1,55 Millionen Quadratkilometer umfassen. Im größten Teil der neuen Schutzgebiets - 1,12 Millionen Quadratkilometern - soll jegliche Fischerei verboten werden. Das Ausmaß des neuen Meeresschutzgebiets entspricht in etwa der kombinierten Fläche von Deutschland, Frankreich und Großbritannien.

Die Verhandlungen hatten 2012 begonnen. Zuletzt hatte sich nur noch Russland gegen die Ausweisung des Schutzgebiets gewandt, weil es Nachteile für seine Fischereiflotte fürchtete. Der nun gefundene Kompromiss bringe "den Schutz des Meeres, nachhaltige Fischerei und die Interessen der Forschung in ein Gleichgewicht", sagte der neuseeländische Außenminister Murray McCully.

Pinguine in der Antarktis, aufgenommen am 24.01.2010
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Pinguine in der Antarktis: Um sie zu schützen, wird jetzt ein Schutzgebiet mit einer Fläche von 1,55 Millionen Quadratkilometern eingerichtet.

"Unberührte ozeanische Wildnisgebiete"

US-Außenminister John Kerry, der als leidenschaftlicher Verfechter des Meeresschutzgebiets gilt, zeigte sich ebenfalls zufrieden. Die Einigung werde "den Schutz einer der letzten unberührten ozeanischen Wildnisgebiete garantieren - Heimat beispielloser meeresbiologischer Diversität und blühender Bestände von Pinguinen, Seehunden, Seevögeln und Fischen", erklärte er.

Zwergwal im Rossmeer | Bildquelle: AFP
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Im antarktischen Rossmeer leben Wale, Pinguine und Seehunde.

Ein Verbund von Umweltschutzorganisationen, die Antarctic Ocean Alliance, lobte die Entscheidung als bahnbrechend. Es sei die erste Schutzzone dieser Art in internationalen Gewässern. "Es ist überhaupt die größte Meeresschutzzone", sagte Sprecherin Elsa Evers. Die Umweltstiftung WWF kritisierte, dass die Einigung zunächst nur für 35 Jahre gilt. "Meeresschutzzonen müssen auf Dauer eingerichtet werden", sagte Chris Johnson vom WWF Australien.

Das antarktische Rossmeer gilt als eines der letzten unberührten maritimen Ökosysteme. Dort leben Wale, Pinguine und Seehunde. Wissenschaftler erforschen dort unter anderem die Auswirkungen des Klimawandels.

Über dieses Thema berichteten Inforadio am 28. Oktober 2016 um 08:43 Uhr und die Tagesschau u.a. um 09:00 Uhr.

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