Polizisten am Ort des Schusswechsels in Straßburg | Bildquelle: dpa

Polizei tötet Chekatt Zwei Tage voller Anspannung

Stand: 14.12.2018 04:36 Uhr

Zwei Tage war der mutmaßliche Weihnachtsmarkt-Attentäter von Straßburg auf der Flucht, bis er aufgespürt und erschossen wurde. Die Stadt versucht nun, zu einem normalen Leben zurückzufinden.

Von Marcel Wagner, ARD-Studio Paris

Die Neuigkeit von der Tötung des mutmaßlichen Straßburger Attentäters hatte gerade angefangen, sich über französische Nachrichtenseiten zu verbreiten, da war Roland Ries bereits zugeschaltet im Radiosender Franceinfo. Nach zwei Tagen voller Anspannung klang Straßburgs Bürgermeister hörbar befreit:

"Ich fühle große Erleichterung, das ist eine sehr gute Nachricht, die es uns möglich machen wird, unsere Lebensweise leichter wiederzufinden, unsere Art zu leben, unsere Werte. Wir haben bereits beschlossen, den Weihnachtsmarkt morgen wieder zu eröffnen. Das bestärkt uns in diesem Beschluss und in dem Kurs, nach dem Terror zu einem normalen Leben zurückzukehren."

Kurz zuvor erst hatte Ries eine Pressekonferenz gegeben, gemeinsam mit Frankreichs Innenminister Cristophe Castaner. Die Entscheidung, Straßburgs Weihnachtsmarkt wiederzueröffnen, hatten sie dort gemeinsam verkündet - trotz der ungewissen Lage über den immer noch flüchtigen Attentäter. Eben, um dessen Terror die Stirn zu bieten.

Mutmaßlicher Straßburg-Attentäter erschossen
tagesschau 12:00 Uhr, 14.12.2018, Mathias Werth, ARD Paris

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Angreifer hat sofort geschossen

Was die beiden Männer noch nicht wussten, war, dass ein Einsatzkommando ihn in genau diesem Moment auf einer Straße entdeckt hatte. Was dann geschah, schilderte Innenminister Castaner wenig später in einer eilig einberufenen zweiten Pressekonferenz: "Sie haben ihn angesprochen, um ihn zu verhaften. In diesem Moment hat er sich umgedreht, frontal zu den Polizisten und hat auf sie geschossen. Sie haben sofort zurückgeschossen und den Angreifer neutralisiert."

Groß angelegte Razzia am Nachmittag

Keiner der drei Polizisten, die Chekatt angesprochen hatten, ist bei dem Angriff verletzt worden. Der Zugriff erfolgte letztlich in Neudorf, dem Viertel von Straßburg, in dem der 29-Jährige nach dem Attentat zuletzt gesehen worden war. Die Ermittler hatten ihn offenbar dort vermutet. Erst am Nachmittag hatten sie in dem Viertel eine groß angelegte Razzia vorgenommen, bei der mehrere Wohneinheiten kontrolliert worden waren.

Unterstützung aus Deutschland

Am Vormittag hatten Einsatzkräfte bereits eine weitere Person aus dem Umkreis des mutmaßlichen Attentäters in Straßburg festgenommen. Zwischenzeitlich hatte es immer wieder Vermutungen gegeben, Chekatt sei nach dem Attentat möglicherweise nach Deutschland geflüchtet, wo er 2016 und 17 in Haft gesessen hatte. "Es gab eine groß angelegte Fahndung mit starker internationaler Unterstützung, besonders aus Deutschland, aber nicht nur. Die Untersuchung wird jetzt durch die Pariser Staatsanwaltschaft weitergehen", dankte Castaner.

Kurz nach der Nachricht der Tötung des Terroristen meldeten französische Nachrichtenseiten, dass die Terrororganisation "Islamischer Staat" das Attentat Chekatts für sich in Anspruch genommen hat. Er sei ein Soldat des IS gewesen, verbreitete die Terrororganisation.

Von den französischen Behörden wurde Chekatt in einem Register für Radikalisierte geführt. Vor allem war er ihnen aber als vielfach verurteilter Verbrecher und Gewalttäter bekannt.

Großeinsatz der Polizei im Straßburger Stadtteil Neudorf | Bildquelle: RONALD WITTEK/EPA-EFE/REX
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Bereits am Nachmittag durchsuchte die Polizei mit einem Großaufgebot die Straßburger Viertel Neudorf und Meinau.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. Dezember 2018 um 04:56 Uhr.

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