Afghanen auf der Straße, auf der zuvor bei einem Anschlag mindestens 32 Demonstranten getötet wurden. | Bildquelle: AP

Explosion in Ostafghanistan Mehr als 30 Tote bei Selbstmordanschlag

Stand: 11.09.2018 17:20 Uhr

In der ostafghanischen Provinz Nangarhar sind bei einem Anschlag Dutzende Demonstranten umgekommen. Sie hatten sich auf einer Überlandstraße versammelt, um gegen einen lokalen Polizeichef zu protestieren.

Bei einem Anschlag in der ostafghanischen Provinz Nangarhar sind mindestens 32 Menschen getötet worden. Weitere 128 Personen seien verletzt worden, teilte die lokale Gesundheitsbehörde mit. Der Sprecher der Provinzregierung, Attaullah Chogiani, sagte, ein Selbstmordattentäter habe sich inmitten von Demonstranten auf einer Überlandstraße in die Luft gesprengt.

Opfer demonstrierten gegen Polizeichef

Die Straße, auf der sich der Anschlag ereignete, führt von der Provinzhauptstadt Dschalalabad zum Grenzübergang Torkham nach Pakistan. Die Proteste seien gegen einen Kommandeur der Lokalpolizei des Bezirks Schinwar gerichtet gewesen, sagte die Provinzrätin Nilofar Asis. Die Menschen in dem Gebiet fühlten sich von ihm drangsaliert. Bisher bekannte sich niemand zu dem Anschlag.

Weitere Explosionen: Schüler getötet

In der Provinz Nangarhar gab es im Laufe des Tages weitere Explosionen, sowohl in der Stadt Dschalalabad als auch im Bezirk Behsud explodierten Sprengsätze. Dabei wurden ein 14-jähriger Schüler getötet und vier weitere Personen verletzt, hieß es in einer Erklärung des Pressebüros der Provinzregierung.

Neben den radikalislamischen Taliban ist der "Islamische Staat" in der Provinz Nangarhar präsent. Vor allem in der Provinzhauptstadt Dschalalabad kam es in den vergangenen Monaten immer wieder zu Attentaten. Mindestens neunmal wurden dort in diesem Jahr wenig geschützte zivile Institutionen - sogenannte weiche Ziele - angegriffen. In den vergangenen Monaten wurden lokalen Medienberichten zufolge in der Provinz mindestens 160 Zivilisten getötet und mehr als 490 verletzt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. September 2018 um 13:00 Uhr in den Nachrichten.

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