Afhganische Sicherheitskräfte sperren den Einschlagsort einer Granate in Kabul ab | Bildquelle: HEDAYATULLAH AMID/EPA-EFE/Shutte

Afghanistan Mehrere Tote bei Raketenangriffen in Kabul

Stand: 21.11.2020 12:17 Uhr

Zahlreiche Mörsergranaten sind am Morgen in Wohngebieten in der afghanischen Hauptstadt Kabul eingeschlagen. Dabei wurden mindestens acht Menschen getötet. Wer hinter den Angriffen steckt, ist noch unklar.

Bei Raketenangriffen auf die afghanische Hauptstadt Kabul sind nach Behördenangaben mindestens acht Menschen getötet worden. Mehr als 30 Menschen seien verletzt worden, teilte ein Sprecher des Innenministeriums mit.

Tote und Verletzte nach mehreren Explosionen in Kabul
21.11.2020

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Demnach schlugen etwa 20 Granaten überwiegend in Wohngebieten im Zentrum und im Norden der Stadt ein. In der schwer gesicherten Grünen Zone im Herzen Kabuls lösten Augenzeugen zufolge mehrere Botschaften Alarm aus. Der Staatssender RTA veröffentlichte Fotos eines ausgebrannten Kleinlasters, von dem die Granaten abgefeuert worden sein sollen.

"Ich war beim Frühstück, als die Raketen einschlugen"

"Ich war gerade beim Frühstück, als die Raketen einschlugen. Ein Fahrzeug der Bäckerei wurde getroffen und mindestens drei Leute wurden verletzt, die wir dann zum Krankenhaus gebracht haben", berichtete der Anwohner Abdul Qadir.

Hauptziel des Angriffs war offenbar der Sedarat-Platz, wo sich der Amtssitz von Vizepräsident Amrullah Saleh befindet. Er hatte Anfang September, nur leicht verletzt, einen Autobombenanschlag überlebt.

Taliban dementieren Beteiligung

Zu den Angriffen bekannte sich bisher niemand. Die islamistischen Taliban dementierten, für die Attacke verantwortlich zu sein. Bereits im August hatte es einen ähnlichen Angriff gegeben. Beim Einschlag von mehr als einem Dutzend Raketen wurden dabei in Kabul mehrere Menschen verletzt und getötet. Damals reklamierte die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) den Angriff für sich.

Afghanistan kommt seit Jahren nicht zur Ruhe. Trotz eines Abkommens mit den Vereinigten Staaten über einen baldigen Abzug der US-Soldaten sowie Friedensverhandlungen mit der afghanischen Regierung haben die radikalislamischen Taliban ihre Angriffe in jüngster Zeit ausgeweitet. Auch der IS verübt regelmäßig Anschläge.

Pompeo will in Katar mit Talibanvertretern sprechen

US-Außenminister Mike Pompeo hatte vor den Explosionen in Kabul angekündigt, bei einem Besuch in Katar mit Vertretern der Taliban sprechen zu wollen. Die USA hatten mit den Taliban Ende Februar ein Abkommen unterzeichnet, das einen schrittweisen Abzug der NATO-Truppen aus Afghanistan vorsieht.

Im Gegenzug verpflichteten sich die Taliban unter anderem zu Friedensgesprächen mit der afghanischen Regierung. Seit September führen beide Seiten in Abu Dhabi Friedensverhandlungen. Die Gespräche gestalten sich schwierig.

Der amtierende US-Präsident Donald Trump hatte jüngst angekündigt, den Truppenabzug zu beschleunigen. Mitte Januar sollen dann nur noch 2500 US-Soldaten in dem Land sein. Es war ein Wahlversprechen Trumps, die "endlosen Kriege" der USA zu beenden. Experten warnen vor einem überstürzten Abzug aus dem Land, der den Taliban in die Hände spielen könnte.

Ministerin warnt vor überstürztem Abzug

Die afghanische Staatsministerin für Menschenrechte, Sima Samar, warnte ebenfalls vor einem überstürzten Abzug der ausländischen Truppen aus ihrem Land. Der Rückzug der US- und anderer NATO-Truppen sollte wohlbedacht erfolgen, sagte Samar bei einer Video-Tagung der Evangelischen Akademie Villigst im nordrhein-westfälischen Schwerte.

Während der innerafghanischen Friedensverhandlungen müssten die afghanischen Sicherheitskräfte unterstützt werden, "sonst entsteht ein Vakuum", betonte Samar.

"Sehr aggressiver Konflikt"

"Wir haben immer noch einen sehr aggressiven Konflikt, wir haben noch keinen dauerhaften Frieden", sagte die 63-jährige Ärztin und Politikerin, die lange Leiterin der unabhängigen Menschenrechtsorganisation ihres Landes war und 2012 den Alternativen Nobelpreis erhielt.

Samar nannte eine Waffenruhe, die Bekämpfung der Korruption und ein Ende der Straflosigkeit als zentrale Punkte eines Friedensabkommens mit den Taliban. Wenn es keine gute Regierungsführung gebe, begünstige dies die Taliban: "Wir brauchen die Herrschaft des Rechts statt der Herrschaft des Gewehrs."

Mit Informationen von Bernd Musch-Borowska, ARD-Studio Neu-Delhi, zzt. in Hamburg

Tote und Verletzte nach Granateneinschlägen in Kabul
Bernd Musch-Borowska, ARD Neu-Delhi
21.11.2020 11:41 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. November 2020 um 10:00 Uhr.

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