Helfer gehen im Juli 2019 in Schutzanzügen über das Gebiet eines Ebola-Behandlungszentrum im Kongo. | Bildquelle: AP

Kongo Angreifer töten mehrere Ebola-Helfer

Stand: 28.11.2019 14:05 Uhr

Bei einem Anschlag im Kongo sind mehrere Ebola-Helfer der Weltgesundheitsorganisation getötet und weitere verletzt worden. "Unsere schlimmsten Ängste sind wahr geworden", sagte der WHO-Chef. Die Region ist seit Jahren instabil.

Rebellen haben im Ost-Kongo ein Behandlungszentrum der Weltgesundheitsorganisation (WHO) angegriffen und mehrere Ebola-Helfer getötet oder verletzt. Die schlimmsten Ängste der WHO seien wahr worden, twitterte deren Chef, Tedros Adhanom Ghebreyesus. Wie viele Menschen bei dem Angriff ums Leben kamen, gab er nicht bekannt. Nach dem Angriff müssten die Verletzten versorgt und die Sicherheit der anderen Gesundheitsmitarbeiter gewährleistet werden, schrieb er weiter.

Rebellen glauben nicht an Ebola

Auch der bekannte kongolesische Forscher im Kampf gegen Ebola, Jean-Jacques Muyembe, meldete sich zu Wort. Seinen Angaben zufolge wurden drei Helfer getötet und weitere verletzt. Das deckt sich auch mit den Angaben mit der örtlichen Behörden, wonach neben den drei Medizinern auch ein Anwohner ums Leben kam. Eine Sprecherin des kongolesischen Gesundheitsministeriums sprach am Morgen hingegen nur von zwei getöteten Medizinern.

Die Behörden vor Ort machen Kämpfer der Rebellengruppe Mai-Mai für den Angriff in dem Ort Biakato nahe der Großstadt Beni verantwortlich. Denn: Es ist nicht der erste Angriff auf Mediziner, die versuchen, in der Region den zweitschlimmsten Ebola-Ausbruch der Geschichte einzudämmen. Im Osten Kongos sind mehrere Rebellengruppen aktiv und einige glauben, dass die Warnungen vor Ebola nur Teil eines politischen Komplotts sind.

Tausende sterben an Ebola

Seit mehr als einem Jahr wütet eine Ebola-Epidemie in der Region, die vor allen wegen dieser Unsicherheit schwer in den Griff zu bekommen ist. Bislang haben sich nach Angaben der kongolesischen Behörden mehr als 3300 Menschen infiziert und fast 2200 Menschen sind gestorben. Die WHO hat nach eigenen Angaben 800 Mitarbeiter im Land, die die Regierung im Kampf gegen den Ausbruch unterstützen.

Der Ost-Kongo ist seit Jahren instabil. Erst vor wenigen Tagen hatten Bürger in Beni und anderen Städten teilweise gewalttätig gegen die andauernde Unsicherheit protestiert. Dabei wurde auch ein UN-Stützpunkt angegriffen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. November 2019 um 13:00 Uhr.

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