Trauernde nach den Anschlägen in Sri Lanka | Bildquelle: REUTERS

Reaktionen auf Anschlagsserie "Fassungslos und voller Entsetzen"

Stand: 21.04.2019 17:31 Uhr

Mit Bestürzung haben Politiker weltweit auf die Anschläge in Sri Lanka reagiert. Bundespräsident Steinmeier sprach von "feigen Terroranschlägen". Kanzlerin Merkel sagte, religiöser Hass dürfe nicht siegen.

Die Anschlagsserie in Sri Lanka auf Kirchen und Hotels hat weltweit Entsetzen und Empörung ausgelöst. Etliche Staats- und Regierungschefs äußerten sich bestürzt über die Angriffe.

Merkel: "Religiöser Hass und Intoleranz dürfen nicht siegen"

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verurteilten die Anschläge scharf. Es sei "schockierend, dass Menschen, die sich versammelt hatten, um gemeinsam das Osterfest zu begehen, ein bewusstes Ziel dieser hinterhältigen Angriffe waren", erklärte Merkel. Religiöser Hass und Intoleranz, die sich heute auf so schreckliche Weise manifestiert haben, dürfen nicht siegen."

Steinmeier nannte die Anschläge "feige". Besonders niederträchtig sei, dass zahlreiche friedlich Betende in Gotteshäusern Ziel dieser hinterhältigen Angriffe wurden. Bundesaußenminister Heiko Maas äußerte sich bei Twitter zu den Ereignissen. Am Osterfest so viel Hass zu erleben, schmerze. "Ostern ist ein Fest der Liebe, das uns lehrt: Hass unsererseits kann nie die Lösung sein." Nichts könne die gezielte Ermordung unschuldiger Menschen rechtfertigen.

Angela Merkel | Bildquelle: REUTERS
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Bundeskanzlerin Merkel verurteilte die Taten in einem Kondolenzschreiben.

Juncker: "Wir sind bereit zu helfen"

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zeigte sich "geschockt und traurig". Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini erklärte, die Anschläge markierten einen "wahrhaft traurigen Tag für das Land und die ganze Welt". Gewalttaten an einem Feiertag wie Ostern seien Gewalttaten gegen alle, die Religionsfreiheit und die Freiheit schätzten, die Religion auszuüben.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker | Bildquelle: REUTERS
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EU-Kommissionspräsident Juncker sprach den Angehörigen sein Beileid aus.

UN-Generalsekretär António Guterres ließ über seinen Sprecher mitteilen, er sei "schockiert über die terroristischen Attacken auf Kirchen und Hotels an Ostersonntag, einem heiligen Tag für Christen überall auf der Welt".

Auch Papst Franziskus gedachte am Ostersonntag der Opfer der Attentate. Er habe die Nachricht über die Anschlagsserie "mit Trauer und Schmerz" vernommen, sagte der Pontifex vor Zehntausenden Gläubigen auf dem Petersplatz.

"Wir sind alle Kinder Gottes"

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnete die Anschläge als "abscheuliche Taten". Bei Twitter sprach er den Menschen in Sri Lanka seine Solidarität aus. Die Gedanken seien an diesem Ostertag bei allen Angehörigen der Opfer. Die britische Premierministerin Theresa May rief dazu auf, nun zusammenzustehen. Niemand sollte Angst haben, sich zu seinem Glauben zu bekennen.

"Wir sind alle Kinder Gottes; eine Attacke auf eine Religion ist eine Attacke auf uns alle", twitterte Israels Staatsoberhaupt Reuven Rivlin.

Russlands Präsident Wladimir Putin nannte die Ereignisse in einem Schreiben an den Präsidenten von Sri Lanka ein "grausames und zynisches Verbrechen inmitten der Osterfeiertage". Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sprach von einem "Angriff auf die gesamte Menschheit". US-Präsident Donald Trump twitterte seine "tief empfundene Anteilnahme". Die USA seien bereit zu helfen, bot er an.

Nachbarn zeigen sich solidarisch

Narendra Modi, Premierminister des direkten Nachbarlandes Indien, erklärte, eine solche "Barbarei" habe keinen Platz "in unserer Region". Indien sei solidarisch mit dem Volk von Sri Lanka. Auch Pakistans Premier Imran Khan erklärte die "vollkommene Solidarität" seines Landes. Er verurteilte die "schreckliche terroristische Attacke", die zum Verlust "von wertvollen Leben" geführt habe.

Der iranische Außenminister Mohammad Dschawad Sarif erklärte, "der Terrorismus ist eine weltweite Bedrohung und hat keine Religion". Afghanistans Präsident Aschraf Ghani schrieb auf Twitter, sein Land verurteile "diesen abscheulichen Terrorakt". Kirchen und Hotels anzugreifen und Gottesdienstbesucher zum Ziel zu nehmen, sei schrecklich.

KArte: Sri Lanka mit Colombo, Negombo und Batticaloa
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Bei einer Serie von Explosionen in Sri Lanka sind mindestens 156 Menschen getötet worden.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 21. April 2019 um 14:00 Uhr.

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